Martin-Luther-Haus
Mehlemer Straße 27 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1871 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Martin-Luther-Haus |
| Adresse | Mehlemer Straße 27, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1935 |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 25.11.1983 |
| Stadtteil | Marienburg |
Das Martin-Luther-Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Marienburg, da es die Geschichte der örtlichen evangelischen Gemeinde und deren Anschluß an den Gesamtverband im Kölner Raum 1934 dokumentiert. Dieser Anschluß erfolgte im Rahmen der Neuorganisierung des öffentlichen Lebens in Deutschland und der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933.
Das Gemeindehaus wurde 1934 nach Plänen des Kölner Architekten Clemens Klotz errichtet. Es ist ein über einem T-förmigen Grundriß sich erhebendes Gebäude, das zur Straße einen lang gestreckten, zweigeschossigen Trakt mit flachem Walmdach und einen breiten, durch einen stilisierten Portikus betonten Eingang zeigt. Eine weiße, dekorlose Fassade dieses Flügels ist im Obergeschoß durch eine durchlaufende Fensterreihe (19 Fenster) geöffnet und durch ein schmales Fensterbankgesims klar von dem Erdgeschoß-Kubus abgetrennt und an den Seiten leicht abgesetzt, so daß eine Art Attika-Geschoß entsteht. Das Erdgeschoß bildet einen lang gestreckten Kubus, der durch sieben Fenster links und sechs Fenster rechts vom Eingang geöffnet ist. Der vollständige Anschluß der vertikalen Dimension in der Fassadengestaltung ist auch darin sichtbar, daß die Fensterreihen der beiden Geschosse keine Fensterachsen bilden.
Diesem Haupttrakt ist ein rückwärtiges Gebäude angeschlossen, das in einer breiten Bodenvertiefung liegt und daher um ein Geschoß höher als das Vorderhaus ist. Der in gewissem Sinn neusachliche Charakter des Baus (dekorlose, kubische Baukörper) weist einen heimatlichen Anklang auf und erweist sich daher als Beispiel der typischen Architektur von Clemens Klotz.
Die Eingliederung dieses Hauses in die Villenbebauung von Marienburg ist sowohl in den Proportionen (zwei Geschosse, symmetrische Anlage) als auch in der Einbettung des Gebäudes ins Grüne sichtbar. Das Haus stellt einerseits eine selbständige Architekturheit dar, ähnlich wie jede der umliegenden Villen, bildet jedoch gleichzeitig einen Bestandteil der ganzen Villenkolonie. Mit dem Pfarrhaus und der Reformationskirche bildet das Martin-Luther-Haus einen funktionalen Komplex, der städtebaulich eine zentrale Stellung in der Marienburger Bebauung einnimmt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0