Wohnhaus

Pferdmengesstraße 14 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2319
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Pferdmengesstraße 14, 50968 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.05.1984
Stadtteil Marienburg

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Marienburg, da es ein wesentliches Element des weitgehend erhaltenen Villenvororts aus dem Beginn des 20. Jh. darstellt. Dieses Ensemble, gelegen auf einem hochwasserfreien Hügel in Stadtnähe, steht nahe den Resten eines römischen Flottenkastells, auf dessen Grundmauern im 18. Jh. eine Windmühle errichtet wurde. Im 19. Jh. wurde auf dem Gelände nach Plänen des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben eine Villenkolonie, benannt nach dem örtlichen Gutshof, angelegt. Bedeutende, deutsche Architekten wie Paul Bonatz, Otto March, Hermann Olbrich und andere haben hier wertvolle und unverzichtbare Beispiele repräsentativen Wohnens zusammen mit den gleichzeitig angelegten Gärten und Parkanlagen geschaffen.

Die Eckvilla Pferdmengesstraße 14/Mehlemer Straße ist in der Phase der Erstbebauung Marienburgs entstanden und ist stilistisch dem Historismus zuzuordnen. Die plastische Gestaltung des Baukörpers, vor allem die sich kreuzenden Satteldächer, die Giebel und Türme lassen vermuten, daß die Bauzeit etwa um 1904 liegt. Die zweigeschossige Villa ist über einen kleinen Vorgarten mit originalem Zaun zugänglich. Zum Hochpaterre führt eine Außentreppe aus Naturstein. Die Fassade des Souterrains wird in wechselnder Höhe von grünlichem Werkstein bestimmt, die darüberliegende Fassade ist verputzt. Im 1. OG tritt das Gebäude über ein Pultdach zurück, während auf beiden Seiten sich halbrunde Türme bis ins DG vorschieben. Im EG ist links ein korbbogenüberwölbtes Fenster angeordnet, die übrigen Fenster sind schmaler wie auch die meisten Fenster des OG. Das DG wird links durch einen hohen Giebel akzentuiert, der das mit Schindeln gedeckte querlaufende Satteldach überbrückt und auch das schiefergedeckte Dach des linken Halbturms umgreift. Giebel und obere Geschosse der Halbtürme zeigen eine Fachwerkaufteilung, die von der rustikalen Holzarchitektur der Gartenfassade fortgesetzt wird. Vor allem der original erhaltene Wintergarten in Holz mit Sprossenfenstern über dem Werksteinmauerwerk des Souterrains, die darüberliegende zurückspringende hölzerne Veranda, der die linke Seite überdeckende, mit Holz verkleidete Giebel des Satteldaches verstärken den landhausartigen Eindruck der Gartenfassade. Im EG vollzieht eine breite Treppe die Beziehung zum englisch angelegten Garten (schöner alter Baumbestand). Die Fassade zur Mehlemer Straße nimmt die Elemente der Gartenfassade auf: vorspringendes EG, darüber in Balkonbreite rückspringendes 1. OG, auf der linken Seite nochmals rückspringendes DG. Der über der rechten Achse aufragende geschwungene Giebel ist seitlich durch ein Rollwerk in Stuck geschmückt. Im Innern blieb die sehr repäsentative mehrläufige Holztreppe mit Holzgeländer erhalten. Städtebaulich ist die Ecklage der charaktervollen Villa stadtbildprägend und für die Erhaltung des Marienburger Ensembles unverzichtbar. Sie ist ein Dokument des wirtschaftlichen, aber auch architektonischen Reichtums der Generation vor dem 1. Weltkrieg und bildet mit der originalen Begrünung des Stadtteils eine dokumentarische Einheit.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0