Wohnhaus
Marienstraße 41 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1890 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Marienstraße 41, 50825 Köln |
| Baujahr | 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 29.11.1983 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Das 1900 errichtete Gebäude ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Ehrenfeld. Es zählt zu den seit den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts jenseits der Eisenbahntrasse, nordwestlich der Venloer Straße, errichteten Miet- und Einfamilienhäusern. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den großen Produktionsbetrieben gelegen, ist das Gebäude ein bedeutendes Dokument für Ehrenfeld als Industrie-Vorort. Es ist zugleich ein wichtiges Zeugnis für die Wohnkultur einer Bevölkerungsschicht mit eher bescheidenen Ansprüchen.
Das dreiachsige, dreigeschossige Gebäude ist in seiner Horizontalen betont. Einen vertikalen Akzent setzen allein die Fenster der Mittelachse. Je zwei profilierte Stuckgesimse betonen die Geschoßhöhe. Im ersten und zweiten Obergeschoß sind auf der in Backstein gehaltenen Grundfläche der Fassade achsverbindende Stuckbänder als Dekor eingesetzt. Ein Kranzgesims mit breitem Fries schließt die Fassade nach oben hin ab. Mit einer relativ aufwendigen Ausgestaltung in Stuck ist das Erdgeschoß gegenüber den beiden Obergeschossen hervorgehoben. Über einem glatten Putzsockel findet sich in der Mittelachse zu Seiten der Fenster ein horizontaler Fugenschnitt, glatte Wertstein-Imitationen sind im Wechsel mit bossierten Werksteinen angelegt. Die äußeren Achsen sind glatt verputzt. Sie erhalten einen besonderen Akzent durch eine die gesamte Achsfläche einnehmende Giebelarchitektur als Bekrönung der Fenster und des Hauseingangs. Im Giebelfeld findet sich jeweils eine in Rankenwerk eingefaßte, weibliche Büste. Mit Skulpturenschmuck sind auch die Scheitelsteine der Fenster in den Obergeschossen ausgestattet (zwei verschiedene, geschoß-identisch verteilte Motive).
Ein selten großzügig angelegtes Treppenhaus mit mehrfach gebrochenem Lauf prägt das Innere des Gebäudes, das ansonsten einfach gehalten ist (z.B. Terrazzofußboden im Eingangsflur mit einfachem, ovalen Ornament, einfach profilierte Zimmertüren).
Die Erstbebauung der Marienstraße ist im Abschnitt Nr. 39 - 49 sowie 54 - 72 lückenlos erhalten. Von den einheitlich in Backstein gestalteten Fassaden ist die des vorliegenden Objekts durch feinen, reichen Stuck-Dekor hervorgehoben und setzt einen besonderen Akzent innerhalb des Ensembles. Die Gebäude bilden eine geschlossene, städtebauliche Einheit von besonderem Wert, deren Erhalt unverzichtbar ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0