Wohnhaus
Leostraße 32 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1916 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Leostraße 32, 50823 Köln |
| Baujahr | 1891 bis 1892 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.12.1983 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Ehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Ehrenfeld entstand 1845 durch eine spekulative Initiative von Köln aus als erster linksrheinischer Vorort (unter Mitwirkung von Stadtbaumeister Weyer), da innerhalb der Mauerumwallung Kölns die Bauplätze knapp wurden. Durch industrielle Ansiedlungen gewann der Ort schnell an Bedeutung und besaß kurzzeitig, bis zur Eingliederung nach Köln Ende des 19. Jahrhunderts, die Stadtrechte. Das Haus ist ein geschichtliches Dokument städtischer Erstbebauung nach der Eingemeindung Ehrenfelds.
Das 1891/1892 erbaute Mietstockwerkhaus besitzt eine Stuckfassade in den beiden unteren Geschossen, während das zweite Obergeschoß über einem kräftigen Gesims noch teilweise Backsteinwände zeigt. Diese sehr seltene Kombination wird von der Stuckgliederung überspielt, die mit sehr kräftigen, hoch gesetzten Gesimsen über den Fenstern im zweiten Obergeschoß (über Rundbogenübergiebelungen im ersten Obergeschoß) deutliche Akzente setzt. Sehr subtile Brüstungsfriese im ersten Obergeschoß und eine leichte Verbreiterung des mittleren Mauerpfeilers machen diese Fassade zum unverzichtbaren Gestaltungselement der Leostraße.
Im Inneren haben sich im Eingang die Fußbodenfliesen erhalten und der Stuck des Stützbogens passend zur historisierenden Fassade. Originale Holztreppe mit -geländer. Die Wohnungen wurden erneuert.
Städtebaulich ist das Gebäude ebenfalls im Ensemble-Bereich Christian-Schult-Straße / Subbelrather Straße / Everhardstraße / Gutenbergstraße unverzichtbar, da es Teil dieser, in Ehrenfeld einzigartig erhaltenen, originalen Baugruppe ist. Hier hat der Historismus die vorgegebene Fassadenfläche in seiner Stilvielfalt interpretiert. Das Gebäude dokumentiert im sozialen Beziehungsfeld die klassizistische Fassade des ausgehenden Historismus.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0