Wohn- u. Geschäftshaus
Leostraße 36 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7173 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Leostraße 36, 50823 Köln |
| Baujahr | um 1891 bis 1892 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 20.07.1994 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Gebaut um 1891/92; Eckhaus zur Christian-Schult-Straße; 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß; je 3 Achsen zur Leo- und zur Christian-Schult-Straße sowie einer Eckachse; Eingang in der rechten Achse der Leostraße; EG Putzfassade (stark verändert); 1. OG Stuckfassade mit ädikulaartiger Rahmung der Eckachse; 2. und 3. OG backsteinsichtig mit Ädikularahmungen der Fenster unter Betonung der Eckachse und der beiden äußeren Achsen im 2. OG; Stuckrahmungen und Stuckfries im 3. OG; stark profiliertes Dachgesims; Walmdach; Fenster und Tür erneuert; sowohl die Schmuckformen als auch die Fassadengliederung sind an Vorbildern der italienischen Renaissance orientiert; innen original: hölzerne Treppenanlage; nicht Bestandteil des Denkmals sind der eingeschossige seitliche Anbau an der Christian-Schult-Straße.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jh. von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80er Jahre des 19. Jh. auch die Leostraße als Verbindung zwischen Venloer und Subbelrather Straße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stamm- und Subbelrather Straße vorwiegend höhere Einkommensschichten an, so daß in der ersten Hälfte der 90er Jahre beidseitig der Leostraße baukünstlerisch verschiedenartig gestaltete Häuser entstanden, die eindeutig auf die Kölner Neustadtarchitektur Bezug nehmen, deren historistische Architekturauffassung dem Repräsentationsbedürfnis der Ehrenfelder Bauherren entgegenkam. So stellt auch das o. g. Objekt ein typisches Beispiel für die bei aller Differenzierung der Einzelbauten einheitliche Bebauung der Leostraße dar. Der in weiten Bereichen das Erscheinungsbild Ehrenfelds prägende Typus des sog. Dreiachsenhauses wird hierbei durch die markante Ecklage zur Christian-Schult-Straße quasi verdoppelt. Dabei korrespondiert es mit den in der Grunddisposition identischen weiteren drei Eckbauten. Durch die Abschrägung der Gebäudeecken entstehen jeweils deutlich akzentuierte Hauptachsen, die auf den nunmehr platzartig erweiterten Kreuzungsbereich ausgerichtet sind. Die ursprüngliche Nutzung der EG-Bereiche als Ladenlokale korrespondiert mit einer derartigen Auszeichnung des Straßenbereiches. Die unterschiedliche Fenstergestaltung mit Ädikulen und Rundbögen sowie die variierende Fassadengestaltung mit einer Betonung des 1. OG sind von der italienischen Renaissance beeinflußte Stilelemente. Diese Variationsbreite ist typisch für die Bebauung der Leostraße und verleiht jedem Gebäude einen individuellen Charakter, der das Straßenbild bereichert. Als Hinweis auf die sozialgeschichtliche und architektonische Entwicklung Ehrenfelds sowie als Beispiel für die Gestaltungsvielfalt der stadtteilspezifischen Gründerzeitarchitektur wird das Gebäude Leostr. 36 zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0