Wohn- u. Geschäftshaus
Schillstraße 12 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1919 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Schillstraße 12, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.12.1983 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrie-Ansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Schillstraße liegt im nördlichen, relativ gut erschlossenen Teil des Ensemble-Gebiets von Nippes und ist eine Begrenzungsstraße des Erzberger Platzes.
Das drei- bis viergeschossige Eckgebäude ist als Wohn- und Geschäftsgebäude um 1914 errichtet worden. Es weist in seiner überwiegend mit Rauhputz versehenen Fassade (fünf zu zwei Achsen) die für diese Zeit typischen, sparsamen Schmuckelemente auf: Klassizistische Zwerchgiebel nach beiden Ansichtseiten hin, ein zweigeschossiger Erker zur Schillstraße, flache Stukkatur-Ornamentik. Die rückwärtige Fassade ist verputzt.
Auch im Inneren dokumentiert das Gebäude den zeitgemäßen Ausbauzustand für die mittleren Bevölkerungsschichten: Fußbodenfliesen im Eingang, teilweise (historisierender) Wand- und Deckenstuck, eine Terrazzotreppe mit Eisengeländer. Teilweise haben sich Zimmertüren und Stuckdecken in den Räumen erhalten. Die Haustüre ist original alt, die Fenster wurden stilrichtig erneuert.
Städtebaulich ist das an einem kleinen Eckplatz gelegene Gebäude ein markanter Bezugspunkt für den hier nur noch teilweise in originaler Erstbebauung erhaltenen Stadtraum. Das Gebäude dokumentiert in seiner Maßstäblichkeit die Stadtstruktur des ausgehenden Historismus und bildet mit der an der Mauenheimer Straße erhaltenen Originalbebauung eine bauliche Einheit.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0