Wohnhaus

Mauenheimer Straße 50 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_5995
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Mauenheimer Straße 50, 50733 Köln
Baujahr1897
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.04.1991
Stadtteil Nippes

Erbaut 1897. L-förmiger Grundriß. 3 Vollgeschosse und eine Art Attikageschoß, 3 Achsen. Fassade über hohen Putzsockel in gelben Klinkern mit Gliederungen in Putz und Stuck. Betonung des 1. Obergeschosses durch Gesimsband im Brüstungsbereich mit Rosettenfries-Streifen jeweils unter den hohen, schmalen Fenstern und gotisierende Fensterverdachungen, hervorgehoben (mit helmbekröntem Wappenschild und Rankenwerk) die mit der Bogenspitze bis in die Brüstungszone des 2. Obergeschosses reichende Verdachung der Zweifenstergruppe der Mittelachse. Betonung der abschließenden Horizontalen durch konsolgestütztes Brüstungsgesims des "Attikageschosses" und kräftiges Kranzgesims. - In der linken Achse Eingangsöffnung mit doppelrundbogiger Supraporte.

Hinterfront backsteinsichtig, einige alte Fenster, Balkone mit Eisengitter-Brüstungen. Rückseitig kleiner Hof (Garten), zu den Nachbargrundstücken hin eingefriedet durch Backsteinmauer und die rückwärtige Mauer der Backsteingarage des Hauses Erzberger Platz Nr. 7.

Im Innern original erhalten: Bodenfliesen in Vestibül und Hausflur, Deckenstuck im Vestibül , Stützbogen zwischen Vestibül und Hausflur, Holztreppe mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten; im 2. Obergeschoß Zimmer-Deckenstuck, einige Zimmertüren mit Gewänden.

Das Haus Mauenheimer Str. 50 ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die Mauenheimer Straße ist wie ihre östliche Verlängerung, die Florastraße, aus einem alten Weg hervorgegangen, der die Mauenheimer Höfe - als einziger erhalten geblieben der Altenberger Hof - mit Neusser und Niehler Straße sowie mit Riehl und dem zur Mülheimer Rheinfähre führenden Weg, der späteren Riehler Straße, verband.

Urssprünglich gleichsam ein Anhängsel der Mauenheimer Höfe, hatte das dörfliche Nippes seinen Siedlungsschwerpunkt im Kreuzungsbereich von Neusser und Mauenheimer/Flora-Straße. An der Mauenheimer Straße entstand denn auch 1850-52 die erste Nippeser Kirche (heute St. Heinrich und Kunigund). Mit seiner in den 1860er jahren einsetzenden industriellen Entwicklung dehnte sich der Ort v. a. nach Süden hin aus. Mitbedingt durch ihre Lage am westlichen Uferrand eines vorgeschichtlichen Rheinarmes, an den noch in den frühen 1890er Jahren die Teiche des "Nippeser Tälchens" erinnerten, war die Mauenheimer Straße um 1888, als mit der Bürgermeisterei Longerich auch Nippes nach Köln eingemeindet wurde, noch durch eine nur lockere Bebauung überwiegend ländlichen Charakters geprägt.

Kontinuierliche Bebauung durch mehrgeschossige Miethäuser - eine dringende Notwendigkeit angesichts der durch rapides Bevölkerungswachstum entstandenen Wohnungsnot - setzte erst nach 1895 ein. Innerhalb weniger Jahre entstanden zunächst nördlich der später angelegten Schillstraße 1897 die Häuser Nr. 50 und 52 sowie 70-78, dann im südlichen Bereich der Mauenheimer Straße 1897/98 die Häuser Nr. 13-23 und 1899/1900 Nr. 4-26.

Das Haus Nr. 50 ist trotz mancher Veränderungen (z. B. Haustür und alle Fassadenfenster ausgewechselt) unverzichtbarer Bestandteil eines städtebaulich und architekturgeschichtlich bemerkenswertes Ensembles, das neben dem älteren Gebäudepaar Nr. 50/52 mit den in gotisierenden Formen dekorierten Fassaden die gut 10 Jahre jüngere, neuklassizistisch geprägte Häusergruppe Mauenheimer Str. 46-48 und Schillstr. 12 umfaßt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0