Wohnhaus

Märchenstraße 56 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1930
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Märchenstraße 56, 51067 Köln
Baujahr1920 bis 1928
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.12.1983
Stadtteil Dellbrück

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung - der in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphan gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfs Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.

Das Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustyp, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den zwanziger Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung.

Das Teilhaus Märchenstr. 56 bildet zusammen mit dem Nachbarhaus Nr. 58 ein symmetrisch gegliedertes Doppelhaus mit zwei Geschossen und vier Achsen, das seinerseits einen Bestandteil einer Hauszeile gleicher Baueinheiten (Nr. 54 bis 70) darstellt. Die sonst dekorlose Fassade des o.g. Teilhauses springt in der ersten und zweiten Achse mit einem streng kubischen Altan hervor, dessen Flachdach die horizontale Linie unter dem breiten Traufgesims betont. Je ein rechtekkiges Eckfenster im Erd- und Obergeschoß mit abgeschrägter Laibung lassen diesen Altanvorbau leicht und offen erscheinen. Die Betonung des Horizontalen wiederholt sich in der Eingangsüberdachung mit einem Flachdach, das sich über dem Fenster des Erdgeschosses als Fenstergesims fortsetzt. Über dem Eingang, im Obergeschoß, liegt ein kleines Fenster des Treppenhauses. In der Aneinanderreihung dieser Baueinheiten (der Doppelhäuser) entsteht eine Rhythmisierung der ganzen Hausfront, die mit einem durchgehenden, niedrigen Satteldach zusammengefaßt ist.

Auch die gemeinsame, einheitliche, durchgehende Einzäunung der Vorgärten (horizontale Holzleiter), die nur durch die Eingangstörchen unterbrochen wird, macht den ganzen Hausblock zur ästhetischen Einheit (Bauhaus-Stil).

Eine Holztreppe, Zimmertüren, ein Kachelofen, Sprossenfenster und eine schwere Eichenholz-Haustüre dokumentieren die ursprüngliche, ästhetische und funktionale Einheit des Hauses.

Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem, ländlichromantischen Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große, rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus.

Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den zwanziger Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Ideen einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist, dar. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustyps ist der Erhalt des o.g. Objekts einschließlich der Einfriedung unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0