Wohnhaus
Märchenstraße 58 · Dellbrück
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8622 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Märchenstraße 58, 51067 Köln |
| Baujahr | 1928 bis 1929 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.06.2003 |
| Stadtteil | Dellbrück |
Erbaut 1928/1929 nach dem Entwurf von Manfred Faber für die Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungsbau zu Köln (GAG). 2-geschossiges, 2-achsiges Reihenhaus mit traufständigem Satteldach und vorkragendem Dachfuß, Teil der Häuserzeile Märchenstraße 56-72.
Straßenseitige Fassade: Putzfassade; rechts Risalit mit Eckfenstern (heute Aluminiumfenster) und vorkragendem Flachdach, links um zwei Stufen höher gelegene originale Eingangssituation mit originaler Holzhaustür einschließlich originalem Holzgewände mit links daneben kleinem vertikalem horizontal sprossiertem Fensterchen, Verdachung des Eingangs als Fortsetzung der Fensterüberdachung des EG-Eckfensters, , horizontales Fenster im OG oberhalb des Eingangs (ebenfalls erneuert), alle Fenster mit abgeschrägten Gewänden.
Rückfassade
2 Achsen, die linke davon mit Abstufung zurückgesetzt, d.h. rechts Vorbau der ehemaligen Waschküche mit erneuerter Tür am Kopfende, darüber kubusförmiger Vorsprung mit Eckfenster und horizontaler vorkragender Verdachung, rechts im EG neuere Schiebetür in Aluminiumfassung, darüber ein erneuertes Fenster, darüber im Dachgeschoss 1 Gaube mit originalem Sprossenfenster.
Im Innern original erhalten:
Grundriss weitgehend (Wanddurchbruch Esszimmer – Wohnzimmer),
Holztreppe von Keller bis ins Dachgeschoss, Kachelofen im Wohnzimmer mit Feuerung im Flur.
Bestandteile des Denkmals sind auch der rückwärtige Garten und der Vorgarten mit teilweise originaler Einfriedung (zementierter Sockel und Pfeiler sowie erneuerte horizontale Holzlattung.
Das Wohnhaus Märchenstraße 58 ist ein Bestandteil der Märchensiedlung, die 1922 und 1929 auf den früheren Ländereien des mittelalterlichen Rittergutes Iddelsfeld errichtet wurde. Der städtebauliche Entwurf stammt von Fritz Kreis,. die Mehrzahl der Wohnbauten entwarf Manfred Faber.
Unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge sowie Einfamilienhäuser, welche durch eine versetzte Bauweise zu aufgelockerten Häuserzeilen angeordnet wurden, sind die typischen Merkmale jener Siedlung, die als ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem, ländlich-romantischen Charakter einer Kleinstadt im Grünen errichtet worden war. Dieser reformerische Ansatz, die Architektur der (Kultur-) Landschaft der regionalen Umgebung anzupassen, wurzelt in der Werkbundidee bzw. Heimatschutzbewegung.
Die vergleichsweise aufwendige Konzeption der Einzelhäuser und die großen Zier- und Nutzgärten dokumentieren die Absicht, für eine mittelständische Bevölkerungsschicht ein „Wohnen in der Idylle“ mit Wirtschaftlichkeit zu verbinden.
Von besonderer Bedeutung für die Märchensiedlung ist die Übertragung der aus England kommenden Gartenstadtbewegung auf den sozialen Wohnungsbau, der Köln städtebauliche Entwicklung in den 20er Jahren überwiegend prägte.
Gleichzeitig stellt die Märchensiedlung die letzte Gartenstadtsiedlung der GAG dar, die vorrangig im Heimatstil städtischer Prägung errichtet wurde, und ist zudem die einzige Kölner Kleinsiedlung die noch weitgehend im ursprünglichen Sinne erhalten ist.
Die Siedlung wurde in mehreren Bauabschnitten gebaut, für die jeweils verschiedene Haustypen entworfen wurden. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den zwanziger Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung.
Die Häuser auf der Ostseite der Märchenstraße setzen sich von den älteren durch einen nüchternen Stil im Sinne des Bauhauses ab. Die Betonung der Horizontalität durch die vorkragenden Verdachungen einschließlich der Eingangsüberdachung, die horizontale Fenstersprossierungen, die horizontale Verlattung der Einfriedung, sowie die kubusförmige Staffelung der Vorbauten an Vorder- und Rückseite mit ihren charakteristischen Eckfenstern sind typische Elemente des zeitgenössischen Internationalen Stils. Die Bauten sind jeweils zu symmetrisch aufeinander orientierten Doppelhäusern gruppiert. In der Aneinanderreihung dieser Baueinheiten entsteht eine Rhythmisierung der ganzen Häuserfront, die mit einem durchgehenden Dach zusammengefasst ist. Auch die einheitliche durchgehende Vorgarteneinzäunung trägt zur ästhetischen Einheit dieser Hausgruppe bei.
Als Bestandteil der Märchensiedlung sowie wegen der ästhetisch doch weitgehend original erhaltenen Fassade liegt die Erhaltung des o.g. Wohnhauses aus städtebaulichen und architekturgeschichtlichen Gründen in öffentlichem Interesse.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0