Wohnhaus
Kyffhäuserstraße 33 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1972 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Kyffhäuserstraße 33, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 05.01.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude Kyffhäuser Str. 33 wurde um 1890 als viergeschossiges, fünfachsiges Wohnhaus mit einem giebelgeschoß, einer Toreinfahrt und einer Stuckfassade errichtet.
Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.
Die Kyffhäuserstraße, als diagonale Erschließungsstraße des Wohnviertels zwischen der Zülpicher Straße, der Roonstraße und der Luxemburger Straße, verbindet den Barbarossaplatz, einen der ehemals schönsten Sternplätze Europas in der Reihe "festlicher Räume" der Ringe, mit der Zülpicher Straße unmittelbar vor der Überführung des Eisenbahngürtels und dem Neustadtbereich jenseits der Bahnlinie. Das zum Barbarossaplatz hin leicht ansteigende Straßenniveau verdeutlicht die Nähe des Platzes. Der großzügige, aber im Vergleich zu den meisten Straße der Neustadt enge Straßenraum mit zu beiden Seiten gleich hoher, viergeschossiger Altbebauung, deren Traufhöhe von den Neubauten nach der Kriegszerstörung übernommen wurde, bildet ein stehendes, weites Rechteck. Die Wohnlichkeit des Straßenraums, die sich in der Hochstadenstraße und der Heinsbergstraße als verbindende Charakteristik des Viertels wiederholt, öffnet sich an den Enden unmittelbar zu den weiten Räumen der Platzanlagen hin. Die rechtwinkelige Einmündung der Heinsbergstraße und rechtwinkelige Kreuzung der Hochstadenstraße mit Verschleifungen der Ecken beeinträchtigen den Gesamteindruck des Straßenraums nicht und werden erst unmittelbar an den Kreuzungspunkten wahrgenommen.
Der klassizistischen Vertikalität und optischen Überhöhung entsprechen die hohen Rechteckfenster der Achsen, die sowohl das Erdgeschoß als auch die Gauben mit hohen, spitzen Türmchen und den Dachgiebel der Achse ganz rechts mit einbeziehen. Diese Ordnung unterstreichen die hohen Fenster des ersten Obergeschosses, die niedrigeren Fenster des zweiten und dritten Obergeschosses, die mit schmalerer Fensterbreite am dritten Obergeschoß den optischen Eindruck größerer Höhe vermitteln. Im horizontalen Gegensatz fassen die Parallelen aus Stockwerk- und Fensterbankgesimsen das erste und zweite Obergeschoß im Mittelfeld der Fassade unterhalb und oberhalb ein. Die Fenster und die stilisierten, kreuzförmigen Blüten auf den Sturzflächen überdachen die aus dem Gesims in Höhe der unteren Sturzkante aufgekröpften, gedrückten Spitzbogen. Den Zusammenhalt beider Geschosse stellen auf allen Fensterpfeilern über das Fensterbankgesims des zweiten Obergeschosses hinweg drei übereinander gereihte Zieranker her. Die horizontal gebänderte Bossenrustika bringt die Last tragende Eigenschaft des Erdgeschosses, das in Höhe der Oberlichter verlaufende, um die Fenster bis dicht unter das Dachgesims mäander-artig aufgekröpfte Gesims und die das Dach stützende Aufgabe zum Ausdruck. Über der Spannweite der Toreinfahrt erhebt sich, statisch überraschend, das Gewicht der Mauervorlage der beiden letzten, rechten Achsen, die sich oberhalb des Traufgesimses mit einem trapezförmigen Dachgiebel fortsetzt. Die gemeinsame Symmetrieachse der schmaleren, gekoppelt wirkenden Fenster, die oberhalb in einem Rundbogenfenster des Dachgiebels münden, vermitteln einen turmartigen Eindruck. Die vertikale, klassizistische Grundstruktur überlagern horizontale, aus der Renaissance hergeleitete Gliederungen und einzelne Schmuckformen in gotischem Stil, die im Sinn der Zeit angewandelt angewendet wurden.
Der vordere, breitere Bereich des Hausflurs endet am Stützbogen als Korbbogen über zwei Mauervorlagen. Die Laibung des Bogens und des oberen Teils der Mauervorlage sind kanneliert. Der graublaue Fliesensockel umschließt in seinem oberen Bereich einzelne Dekorplatten in Jugendstil. Der Deckenstuck besteht oberhalb eines friesartigen Wandgesimses aus einer Hohlkehle, die drei quadratische Deckenfelder umschließt, deren Mitten aus runden Rosetten mit zentralen Zapfen bestehen. Den rotbraunen Terrazzoboden des Hausflurs umgibt eine innere Rahmung aus doppelreihigen, weißen Mosaiken und eine breite, braune Randrahmung. Die Läufe der zweiläufigen, geraden und gegenläufigen Treppe sind beide am Zwischenpodest angewendelt. Das Geländer beginnt auf der zweiten Stufe im Erdgeschoß mit einem hohen, gedrechselten Antrittspfosten. Die Abschlußtüren bestehen aus Kämpfer, einem Mittelpfosten in Form eines Pilasters im Flügel- und Oberlichtbereich, zwei Türflügeln und einem Oberlicht. Die Wohnungen enthalten Deckenstuck aus Hohlkehlen mit Randleisten, teils eine zweite Rahmung als innere Feldrahmung und ungewöhnlich hochrandige und plastisch stark ausgeprägte Rosetten in unterschiedlichen, geometrischen Grundformen. Die Türblätter, die Laibungen mit deren Blendrahmen bestehen aus Rahmenwerk mit Füllungen.
Die vorliegende Beschreibung zeigt die Bedeutung des Gebäudes im Sinn des Denkmalschutzgesetzes auf, insbesondere aufgrund seiner städtebaulichen Einbindung, seines künstlerischen und wissenschaftlichen Wertes und hinsichtlich der Geschichte des Kölner Bürgers in Bezug zu seiner Stadt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0