Wohn- u. Geschäftshaus

Kyffhäuserstraße 45 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0968
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Kyffhäuserstraße 45, 50674 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 04.02.1982
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde um 1890 als viergeschossiges, dreiachsiges Wohn- und Geschäftshaus errichtet. Der Stuck des Erdgeschosses wurde in jüngster Zeit im Stil der Vorderansicht erstellt.

Die Architektur der Vorderansicht besteht aus den beiden Bereichen des rustizierten Erdgeschosses mit abschließendem Stockwerkgesims und der Ziegel-Stuck-Fassade des ersten bis dritten Obergeschosses mit dem abschließenden Dachgesims. Die Fensterhöhen und der Schmuckreichtum der Stuckatur nehmen von Geschoß zu Geschoß mit zunehmender Höhe ab. Durch die kontinuierliche Führung des Stucks und das abschließende, bogenförmige Stuckfeld sind die Fenster des ersten und zweiten Obergeschosses vertikal zusammengefaßt. Die horizontale Fensterreihe des dritten Obergeschosses und die verbindenden Putzstreifen zwischen den Kämpfern und Fensterbänken an allen Geschossen stellen das optische Gleichgewicht der Fassadenelemente her. Haus- und Ladentüre sind original.

Im Hausflur sind unter der ebenen Stuckdecke aus markanter, zentraler Rosette, doppelter Rahmung des Deckenspiegels und einer Hohlkehle im Übergang von der Decke zur Wand die Wände bis zu einem kräftigen Sockelgesims durch mehrere, stehende Rechtecke aufgesetzter Stuckleisten gefeldert. Diese Felderung wiederholt sich noch einmal in halber Größe unter dem Sockelgesims. Der Fußboden besteht aus quadratischen, roten und grauen Fliesen mit geometrisch strenger Musterung und dunkelroter Randrahmung. Die Überleitung zum Treppenhaus bildet ein scheidrechter Stützbogen auf Pilastern mit Stuckkapitellen.

Die Rückansicht des Vorderhauses und des Anbaus, jeweils mit vier Vollgeschossen und einem Dachgeschoß bei hygienisch guten Wohnverhältnissen bestehen aus Ziegel-Sichtmauerwerk. Fenster und Hoftüre mit Sprossenteilung und farbiger Verglasung der oberen Hälfte sind original.

Das Treppenhaus besteht aus einem Fliesenboden aus im Versatz verlegten, quadratischen, grauen und braunen Fliesen im Erdgeschoß und einer einläufigen Treppenanlage mit Antrittspfosten ganz in Holz. Die Fenster und die Wohnungstüren des Vorderhauses und des Anbaus sind original.

Innerhalb der Wohnungen bestehen Stuckdecken aus geometrischen Mustern, rechtwinkeligen Wandanschlüssen; originales Holzwerk, insbesondere der Türen und deren Gewände. Der Laden im Erdgeschoß besteht aus zwei Räumen mit gut erhaltenen Stuckdecken aus zentralen Rosetten und Randrahmungen mit Hohlkehlen.

Städtebaulich gesehen ist das beschriebene Gebäude Bestandteil der Stadtplanung von Hermann-Joseph Stübben, nach der seit 1881 die Kölner Neustadt errichtet wurde. Als Reihenhaus und Bestandteil des historischen Straßenraums besteht direkt ein unverzichtbarer, baulicher Zusammenhang mit den historischen Gebäuden Kyffhäuserstraße 47, 49, 51, 53, 55, 57 und direkte Sichtbeziehung zu Nr. 42 und 44. In dem quadratischen Querschnitt des Straßenraums wird die Traufhöhe von den historischen Bauten bestimmt. Von der Eisenbahnunterführung der Zülpicher Straße, in bogenförmigem Stahlbau, steigt das Niveau der Kyffhäuserstraße gleichmäßig zum Barbarossaplatz hin an und ist damit als eine seiner Sternstraßen auf ihn, als einem der wesentlichen Ringplätze der Stübben-Planung, ausgerichtet.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0