Wohnhaus

Stadtwaldgürtel 49 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2019
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Stadtwaldgürtel 49, 50935 Köln
Baujahrum 1924
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 13.01.1984
Stadtteil Lindenthal

Das Haus ist bedeutend für die Menschen in Köln-Lindenthal, da es die Geschichte der Entwicklung dieses Stadtteils außerhalb des Stadtkerns bzw. der späteren, preußischen Umwallung (der Gürtel) dokumentiert. Lindenthal wurde 1846 als neues Siedlungsgebiet vorwiegend für Kölner Bürger von Köln aus gegründet, wobei hier bereits um das sogenannte Krieler Dömchen (katholische Kirche St. Stefan) eine dörfliche Ansiedlung vorgefunden wurde. Mit der Gründung einer Irrenanstalt, nach deren Auflösung ein Krankenhaus eingerichtet wurde, wurde die Basis für die spätere Universität im östlichen Teil des Stadtteils geschaffen (nach der Eingemeindung in die Stadt). Der Stadtwaldgürtel liegt im Bereich vorwiegender Villenbebauung um den Stadtwald.

Die zweigeschossige Stadtvilla der Architekten Schreiterer und Below aus der Zeit um 1924 vereinigte konservative Architektur-Elemente mit moderner Sachlichkeit. Zur Straßenseite hin zeigt das Gebäude einen halbrunden Balkon auf zwei Säulen, die zugleich den Portikus des erkerartig vorspringenden Eingangs bilden. Die axiale Fassade zeigt im ersten Obergeschoß drei Fenster, das mittlere als Fenstertüre des Balkons. Die Fassade ist verputzt, mit Stuckrahmen um die Fenster. Sprossenfenster in Holz. Die seitliche Fassade zeigt unten drei, im ersten Obergeschoß vier Fenster. Die Gartenansicht öffnet sich im Erdgeschoß mit einem breiten Portikus auf Mittelsäulen und Eckpfeilern. Dahinter vier rundbogige Fenstertüren. Darüber Balkon mit originalem Gitter. Die linke Seitenfassade weist einen halbrunden Erkervorbau auf. Das Pyramidendach besitzt umlaufend einen breiten Dachüberstand.

Das Innere zeigt im vorgeschobenen, quer-ovalen Entree historisierende Elemente, die in der Eingangshalle mit Stuckdecke (Kehlleisten) und barockisierendem Treppenhaus fortgeführt werden (Holztreppe mit Holzgeländer). Die Türen sind original, ebenfalls kleine Einbauschränke im Salon über der Heizungsverkleidung, zum Teil Wandverkleidung. Deckenstuck teilweise wohl nicht original. Ausbau zum Teil erneuert.

Der Garten wurde neu angelegt, das Grundstück mit einer Mauer und barockisierender Gittertüre eingefriedet.

Städtebaulich ist die zurückhaltend repräsentative Villa ein unverzichtbares Element in der Villenbebauung Lindenthals, wie sie besonders hier am Stadtwaldgürtel - in der Nähe des vor der Jahrhundertwende angelegten Stadtwalds - anzutreffen sind. In der anspruchsvollen Stadtlage ist die Villa ein wichtiges Dokument des aus moderner Sachlichkeit und klassizistischem Historismus komponierten Mischstils, der zeittypisch für die vermögenden Bevölkerungsschichten im gesamten Reich in den zwanziger Jahren angesehen werden kann.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0