Wohnhaus
Bergisch Gladbacher Straße 184 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2052 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Bergisch Gladbacher Straße 184, 51063 Köln |
| Baujahr | 1885 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.01.1984 |
| Stadtteil | Mülheim |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim, da es den Ausbauprozeß dieser bis 1914 selbständigen Stadt dokumentiert. Aufgrund der günstigen Verkehrslage (Rheinhafen, Straßen- und seit ca. 1850 Eisenbahnknotenpunkt) und der historisch-politischen Gegebenheiten (Tradition der religiösen Freiheit) entwickelte sich Mülheim im 19. Jahrhundert aus einer Gewerbestadt zum industriellen Vorort (Waggonfabrik Zypen & Charlier 1846, Bleiweißfabrik Lindgens & Söhne 1851, Walzwerk Böcking & Cie. 1872, Drahtseilerei Felten & Guilleaume 1874). Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung mit Bevölkerungszuwachs, der zur raschen Bebauung des bis dahin freien Geländes in der Nähe der neuen Industrieanlagen führte.
Das dreigeschossige Haus mit einen Kellergeschoß und Treppenhausanbau wurde um 1885 errichtet. Es zeigt eine vierachsige Hauptfassade mit plastischer Stuckgliederung im Stil der italienischen Neo-Renaissance mit manieristischen Dekordetails. Eine Attika verlängert die Fassade in die Dachzone und verdeckt somit das Dach, wodurch die kubische Geschlossenheit des Gebäudes unterstrichen wird. Eine Freitreppe führt an der Westfassade vorbei ins Parterre, wo sich ein Eingang mit einer originalen Haustüre befindet. Die Ostfassade zeigt zwei Achsen und einen Eingang in das Kellergeschoß. Originale Fenster (Erdgeschoß, erstes Obergeschoß) mit inneren Schlagläden sowie originalen Vergitterungen der Fenster des Kellergeschosses ergänzen die ästhetische Einheit der Fassadengestaltung.
Im Hausinneren sind erhaltenswürdig: Die originale Treppenhauseinrichtung (Boden, Holztreppe, Wand-und Deckenstuck, Wohnungseingangstüren), die originale Innenausstattung der Wohnräume (Türen, Deckenstuck, Böden) sowie deren originale Grundrißstruktur.
Ein schmiedeeisernes Gartengitter mit einem Gartentor dokumentiert die ursprüngliche Lage und Einfriedung des villenartigen Hauses.
Städtebaulich akzentuiert das Objekt die gründerzeitliche Bebauung der Bergisch-Gladbacher-Straße (Nr. 176 - 170) und der Wichheiner Straße, in deren Bebauung ein sichtbarer Übergang von der repräsentativen Architektur (Nr. 1 - 3) zu (ehemaligen) Arbeiter-Mietwohnungen (Nr. 5 - 27) zu betrachten ist. Das o.g. Haus dokumentiert durch seine Lage, Maß, Proportion und stilistische Gestaltung eine repräsentative Architektur für Bewohner mit hohen Wohnansprüchen und macht diese auch städtebaulich sichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0