Wohnhaus

Dasselstraße 81 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2065
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Dasselstraße 81, 50674 Köln
Baujahrum 1898
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.02.1984
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde in den Jahren 1898 bis 1899 als viergeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus mit einem Erker, einem Balkon und einer Stuckfassade errichtet.

Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Josef Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.

Die Dasselstraße verläuft längs der Eisenbahnlinie und verbindet als Bestandteil der Straßenfolge Moltkestraße/Lützowstraße/Dasselstraße/Moselstraße/Pfälzer Straße, welche den äußeren Rand der Neustadt im Westen und Südwesten parallel zu den Ringen erschließen, die beiden Sternplätze vor der Eisenbahnüberführung der Ausfallstraßen Lindenstraße und Zülpicher Straße miteinander. An der zum Rathenauplatz hin gelegenen Straßenwand nimmt die Neubebauung nach der Kriegszerstörung die Traufhöhe der beidseitig viergeschossigen, historischen Gebäude auf. An der zur Bahn hin gelegenen Seite gegenüber wird die Traufhöhe der historischen Gebäude von den Neubauten im großen und ganzen unterschritten. Der Straßenraum wird optisch an der Einmündung in die Zülpicher Straße von dem historischen Stahlbauwerk der Eisenbahnüberführung und deren Einfassung mit polygonalen, überhöhten Pfeilern und an ihnen bogenförmig hinauf verlaufenden Böschungsmauern aus rustiziertem Quadermauerwerk einerseits und vor der Bahnüberführung an der Lindenstraße die Platzbebauung und Hausfront an der Einmündung der Lützowstraße mit den historischen Gebäuden Lützowstraße 7 und 9 andererseits räumlich geschlossen. Ein charakteristisches Merkmal der Parks und Platzanlagen der Neustadt ist in den vom Rathenauplatz ausgehenden Straßen die Vegetation des Platzes durch Baumbestand in der Beethovenstraße und Roonstraße und Vorgärten in der Lochnerstraße und Görresstraße, die sich auf beiden Seiten der Dasselstraße bei zurück versetzter Straßenflucht fortsetzen. Die letzten Gebäude vor der Einmündung der Dasselstraße in die Lindenstraße nehmen die Flucht der vorderen Begrenzung der Vorgärten auf. Den Übergang bilden die Gebäudeformen der sich gegenüber liegenden Häuser Dasselstraße Nr. 79 und 66.

In der spiegelbildlich aufgeteilten Fassade nimmt allein der zwischen der Achse ganz links und linker Nachbargrenze gelegene Hauseingang eine eigenständige Position ein. Eine horizontal gebänderte, rauhe Rustika und das abschließende Stockwerkgesims kennzeichnen das Erdgeschoß als Last tragende Basis des Gebäudes. Die beiden Mittelachsen am ersten und zweiten Obergeschoß nimmt ein schmaler, risalitartiger Erker ein, der mit einem Balkon am dritten Obergeschoß abschließt. Auf den Brüstungsanschlüssen des Balkons erheben sich kannelierte Pilaster, deren Kapitelle das Dachgesims etwa in den Drittelpunkten stützen. Die über zwei Stockwerke reichenden Fensterumrahmungen am zweiten und dritten Obergeschoß wiederholen die Vertikalität des Erkers in den Seitenachsen. Die glatte, horizontal gebänderte Rustika mit abschließendem Flechtband als Fensterbankgesims am zweiten Obergeschoß, dessen Verlauf der Erker in der Mitte unterbricht, überhöht das erste Obergeschoß. Der glatte Dachfries, das Dachgesims und ein liegendes Rechteck als Mittelteil des Dachfrieses zwischen den Pilastern geben der Fassade einen überdachenden Abschluß. Die Fassade ist das linke Spiegelbild der Fassade von Nr. 83.

Der Boden des Hausflurs besteht aus graurotem Terrazzo, umrahmt von einem schmalen, schwarzen Streifen innerhalb einer graubraunen Randrahmung. In den Ecken begegnen sich die Seiten des schwarzen Rahmens spiralförmig nach innen gedreht, außerhalb in Verlängerung der Seiten ein kleiner, schwarzer Kreis, innerhalb an die Spiralen geschmiegt ins stilisierte Pflanzenmotiv. Ein weißer Mosaik-Streifen grenzt die Rahmung gegen das Mittelfeld ab. Das Zentrum des Mittelfeldes bildet ein stilisiertes Pflanzenornament in schwarz und rot, umgeben von einem weißen Mosaik-Streifen. Die zwei- und gegenläufige, gerade Treppe in grauem Terrazzo führt zu Zwischen- und Stockwerkpodesten aus umrahmtem, graurotem Terrazzo. Auf den Stockwerkpodesten wiederholen sich die Eckmotive des Hausflurs. Die Fenster tragen farbige Bleiverglasungen aus zentralen Sternmotiven und Randrahmungen.

Die vorgelegte Beschreibung zeigt die Bedeutung des Gebäudes im Sinn des Denkmalschutzgesetzes auf, und zwar insbesondere hinsichtlich seiner städtebaulichen Einbindung, seines künstlerischen und wissenschaftlichen Werts und der Geschichte des Kölner Bürgers in Bezug zu seiner Stadt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0