Wohnhaus
Dasselstraße 54 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2067 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Dasselstraße 54, 50674 Köln |
| Baujahr | 1903 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.02.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde im Jahr 1903 (inschriftlich datiert) als viergeschossiges, sechs- achsiges Wohnhaus mit Erker, Portikus und einer Stuckfassade errichtet.
Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Josef Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.
Die Dasselstraße verläuft längs der Eisenbahnlinie und verbindet als Bestandteil der Straßenfolge Moltkestraße/Lützowstraße/Dasselstraße/Moselstraße/Pfälzer Straße, welche den äußeren Rand der Neustadt im Westen und Südwesten parallel zu den Ringen erschließen, die beiden Sternplätze vor der Eisenbahnüberführung der Ausfallstraßen Lindenstraße und Zülpicher Straße miteinander. An der zum Rathenauplatz hin gelegenen Straßenwand nimmt die Neubebauung nach der Kriegszerstörung die Traufhöhe der beidseitig viergeschossigen, historischen Gebäude auf. An der zur Bahn hin gelegenen Seite gegenüber wird die Traufhöhe der historischen Gebäude von den Neubauten im großen und ganzen unterschritten. Der Straßenraum wird optisch an der Einmündung in die Zülpicher Straße von dem historischen Stahlbauwerk der Eisenbahnüberführung und deren Einfassung mit polygonalen, überhöhten Pfeilern und an ihnen bogenförmig hinauf verlaufenden Böschungsmauern aus rustiziertem Quadermauerwerk einerseits und vor der Bahnüberführung an der Lindenstraße die Platzbebauung und Hausfront an der Einmündung der Lützowstraße mit den historischen Gebäuden Lützowstraße 7 und 9 andererseits räumlich geschlossen. Ein charakteristisches Merkmal der Parks und Platzanlagen der Neustadt ist in den vom Rathenauplatz ausgehenden Straßen die Vegetation des Platzes durch Baumbestand in der Beethovenstraße und Roonstraße und Vorgärten in der Lochnerstraße und Görresstraße, die sich auf beiden Seiten der Dasselstraße bei zurück versetzter Straßenflucht fortsetzen. Die letzten Gebäude vor der Einmündung der Dasselstraße in die Lindenstraße nehmen die Flucht der vorderen Begrenzung der Vorgärten auf. Den Übergang bilden die Gebäudeformen der sich gegenüber liegenden Häuser Dasselstraße Nr. 79 und 66.
Mit einer horizontal gebänderten Rustika und dem Doppelwulst des kräftig ausgeprägten Stockwerkgesimses, das sich auf den Schlußsteinmasken der Fensterumrahmungen abstützt, bringt das Erdgeschoß die Auflast der oberen Stockwerke zum ausdruck. Die durchlaufenden Fensterbankgesime - das Traufgesims als Fensterbankgesims der Dachgauben - die anstelle des Niveau der Geschosse auf das Stockwerkgesims über dem Erdgeschoß Bezug nehmen, bewirken eine optische Überhöhung der Geschosse. Die Vertikalität der Fensterachsen, von denen jede in eine Dachgaube mündet, bilden hohe Rechteckfenster mit Einzelüberdachungen aus horizontalen Balken. Die von Geschoß zu Geschoß nach oben hin abnehmende Ausdrucksstärke der Schmuckformen auf den Fensterstürzen trägt zur Steigerung der Höhenwirkung bei. Der umfangreiche, zweiachsige Erker an der Symmetrie-Achse des Hauses, dessen beide vorderen Ecken von Pfeilern mit quadratischem Querschnitt unterstützt werden, bildet eine offene Überdachung des Hauseingangs, sein flaches Dach einen mit einer geschlossenen Steinbrüstung umgebenen Balkon vor dem dritten Obergeschoß. Die beschriebenen Gesimse umlaufen den Erker und binden ihn damit in die Fassade ein. Die Ausdrucksformen der architektonischen Elemente wurden aus der Renaissance und dem Barock abgeleitet und dem Bedarf der Zeit entsprechend abgewandelt.
Im Hausflur umgibt das schmale Rechteck als Mittelfeld des Terrazzobodens eine breite Ornamentrahmung in Form eines sogenannten laufenden Hundes aus schwarzem Terrazzo, von roten Streifen zu beiden Seiten eingefaßt, und eine breite, schwarze Randrahmung. Randbetonungen aus Streifen in weißem Mosaik um das innere Feld und an der Außenseite des Ornaments vergrößern die Farbkontraste und verdeutlichen die Sorgfalt der Arbeit. Die etwa 1,60 m hohen Wandsockel bestehen aus Holz. Über der hohen Sockelleiste reihen sich die Füllungen als schmale, hohe Rechtecke aneinander. Den oberen Abschluß bildet ein Fries aus liegenden Diamantquadern und Triglyphen mit Guttal im Wechsel und einer gesimsartigen, abgetreppten, schmalen Deckleiste. Den Durchgang zum Treppenhaus bildet ein gestelzter Halbkreisbogen mit abgesetztem Rundprofil an den Kanten über Mauervorlagen, welche die Wandvertäfelungen mit umschließen, und einem Bodenfeld mit der Inschrift 1903 in schwarzem Terrazzo. Den grauen Terrazzoboden des Treppenhauses umgeben ein weißer Mosaikstreifen und eine breite, schwarze Randrahmung. Die gerade, zwei- und gegenläufige Treppe aus graurotem Terrazzo mit angewendelten Längen am Zwischenpodest trägt ein schmeideeisernes Geländer und einen Holzhandlauf. Die Felder des Geländers werden durch spiralförmigen, gebogenen Rundstahl und zentrale Blüte geschlossen. Die Zwischenpodeste tragen den Dekor des Treppenhausbodens, auf den Stockwerkpodesten kehrt der Dekor des Hausflurs wieder. Die Mitten der Podestunterschichten tragen kreisrunde Stuckrosetten. Die Böden der Korridore auf den Etagen sind mit Terrazzo belegt. Die Mitten bildet ein mehrfarbiger Stern. Die Böden der Zimmer bestehen aus Eichenholz-Parkett. Der Deckenstuck besteht u.a. aus Hohlkehlen, Wandleisten und Mittelrosetten.
Die vorgelegte Beschreibung zeigt die Bedeutung des Gebäudes im Sinn des Denkmalschutzgesetzes auf, und zwar insbesondere hinsichtlich seiner städtebaulichen Einbindung, seines künstlerischen und wissenschaftlichen Werts und der Geschichte des Kölner Bürgers in Bezug zu seiner Stadt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0