Wohnhaus
Dasselstraße 64 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2068 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Dasselstraße 64, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1902 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.02.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde um 1902 als fünfgeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus mit einem Risalit und einer Stuckfassade errichtet.
Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Josef Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.
Die Dasselstraße verläuft längs der Eisenbahnlinie und verbindet als Bestandteil der Straßenfolge Moltkestraße/Lützowstraße/Dasselstraße/Moselstraße/Pfälzer Straße, welche den äußeren Rand der Neustadt im Westen und Südwesten parallel zu den Ringen erschließen, die beiden Sternplätze vor der Eisenbahnüberführung der Ausfallstraßen Lindenstraße und Zülpicher Straße miteinander. An der zum Rathenauplatz hin gelegenen Straßenwand nimmt die Neubebauung nach der Kriegszerstörung die Traufhöhe der beidseitig viergeschossigen, historischen Gebäude auf. An der zur Bahn hin gelegenen Seite gegenüber wird die Traufhöhe der historischen Gebäude von den Neubauten im großen und ganzen unterschritten. Der Straßenraum wird optisch an der Einmündung in die Zülpicher Straße von dem historischen Stahlbauwerk der Eisenbahnüberführung und deren Einfassung mit polygonalen, überhöhten Pfeilern und an ihnen bogenförmig hinauf verlaufenden Böschungsmauern aus rustiziertem Quadermauerwerk einerseits und vor der Bahnüberführung an der Lindenstraße die Platzbebauung und Hausfront an der Einmündung der Lützowstraße mit den historischen Gebäuden Lützowstraße 7 und 9 andererseits räumlich geschlossen. Ein charakteristisches Merkmal der Parks und Platzanlagen der Neustadt ist in den vom Rathenauplatz ausgehenden Straßen die Vegetation des Platzes durch Baumbestand in der Beethovenstraße und Roonstraße und Vorgärten in der Lochnerstraße und Görresstraße, die sich auf beiden Seiten der Dasselstraße bei zurück versetzter Straßenflucht fortsetzen. Die letzten Gebäude vor der Einmündung der Dasselstraße in die Lindenstraße nehmen die Flucht der vorderen Begrenzung der Vorgärten auf. Den Übergang bilden die Gebäudeformen der sich gegenüber liegenden Häuser Dasselstraße Nr. 79 und 66.
Als Doppelhaus mit dem rechten Nachbarn (am rechten Nachbar- haus ursprüngliche Fensterformen und Stuck verändert) bestimmt der gemeinsame, zentrale Risalit die Symmetrie-Achse zum dritten Gebäude. Die Fassade überzieht bis einschließlich zum dritten Obergeschoß eine glattflächige Rustika mit unregelmäßig großen Abständen schmaler, horizontaler Fugen. Die ausgeprägte Vertikalität des scharfkantigen Risalits mit hohen, rechteckigen Zwillingsfenstern und die hohen Rechteckfenster der beiden linken Achsen setzen sich dominierend gegen die Vertikalen des Stockwerkgesimses über dem dritten Obergeschoß, dem Fensterbankgesims am vierten Obergeschoß und dem Dachfries mit Dachgesims durch. Diese Wirkung wird unterstützt durch enges Zusammenrücken der Fensterausschnitte des Souterrain und des ersten Obergeschosses - die oberen Teile der Souterrain-Fenster sind daher Blindfenster im Brüstungsbereich des ersten Obergeschosses durch Einzel-Fensterbankgesimse und Einzelverdachungen. Die Formen der Architektur, insbesondere Schmuckformen über den Fenstern, sind von vorbildern der Renaissance und des Barock abgeleitet.
Der Fliesendekor des Hausflurbodens besteht aus längs und quer liegenden Zickzack-Stäben, die große Achteck-Felder mit Lilien und kleinen Sternen im Wechsel und kleine, sternförmige Zwischenfelder umschließen. Die Rahmung setzt sich aus einem schmalen, farbigen und einem schwarzen Randstreifen zusammen. Die Farben sind hellblau, hellbraun und dunkelbraun. Der zweifelderige Deckenstuck trägt als Kehle einen Doppelwulst. Der Dekor des Hausflurbodens setzt sich ins Treppenhaus fort. Die einläufige, in der Mitte um 180 Grad gewendelte Holztreppe begleitet ein Holzgeländer mit -handlauf und ein seitlich abgeflachter Zutrittspfosten im Erdgeschoß. Die Fenster sind im Original erhalten. Die innen angeschlagenen Wohnungsabschlüsse bestehen aus einer Gesamtrahmung, einem hohen, in seinem oberen Teil ausladenden Kämpferprofil, einem hohen, vertikal dreigeteilten Oberlicht und einer einflügeligen Türe, deren Füllungen ihre Fläche von oben nach unten im Verhältnis zwei zu eins teilen. In den Wohnungen sind Türen mit Laibungen und Blendrahmen und die originalen Fenster erhalten.
Die vorgelegte Beschreibung zeigt die Bedeutung des Gebäudes im Sinn des Denkmalschutzgesetzes auf, und zwar insbesondere hinsichtlich seiner städtebaulichen Einbindung, seines künstlerischen und wissenschaftlichen Werts und der Geschichte des Kölner Bürgers in Bezug zu seiner Stadt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0