Wohnhaus
Dasselstraße 68 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2069 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Dasselstraße 68, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.02.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde um 1895 als viergeschossiges, achtachsiges Wohnhaus mit einem Mansarddach und einer Stuckfassade errichtet.
Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Josef Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.
Die Dasselstraße verläuft längs der Eisenbahnlinie und verbindet als Bestandteil der Straßenfolge Moltkestraße/Lützowstraße/Dasselstraße/Moselstraße/Pfälzer Straße, welche den äußeren Rand der Neustadt im Westen und Südwesten parallel zu den Ringen erschließen, die beiden Sternplätze vor der Eisenbahnüberführung der Ausfallstraßen Lindenstraße und Zülpicher Straße miteinander. An der zum Rathenauplatz hin gelegenen Straßenwand nimmt die Neubebauung nach der Kriegszerstörung die Traufhöhe der beidseitig viergeschossigen, historischen Gebäude auf. An der zur Bahn hin gelegenen Seite gegenüber wird die Traufhöhe der historischen Gebäude von den Neubauten im großen und ganzen unterschritten. Der Straßenraum wird optisch an der Einmündung in die Zülpicher Straße von dem historischen Stahlbauwerk der Eisenbahnüberführung und deren Einfassung mit polygonalen, überhöhten Pfeilern und an ihnen bogenförmig hinauf verlaufenden Böschungsmauern aus rustiziertem Quadermauerwerk einerseits und vor der Bahnüberführung an der Lindenstraße die Platzbebauung und Hausfront an der Einmündung der Lützowstraße mit den historischen Gebäuden Lützowstraße 7 und 9 andererseits räumlich geschlossen. Ein charakteristisches Merkmal der Parks und Platzanlagen der Neustadt ist in den vom Rathenauplatz ausgehenden Straßen die Vegetation des Platzes durch Baumbestand in der Beethovenstraße und Roonstraße und Vorgärten in der Lochnerstraße und Görresstraße, die sich auf beiden Seiten der Dasselstraße bei zurück versetzter Straßenflucht fortsetzen. Die letzten Gebäude vor der Einmündung der Dasselstraße in die Lindenstraße nehmen die Flucht der vorderen Begrenzung der Vorgärten auf. Den Übergang bilden die Gebäudeformen der sich gegenüber liegenden Häuser Dasselstraße Nr. 79 und 66.
Eine horizontal gebänderte, sehr kraftvoll ausgeprägte Rustika, deren Fugennetz am ersten, zweiten und dritten Obergeschoß gleichmäßig tief, am vierten Obergeschoß flacher gehalten ist, überzieht als wesentliches Element der Stuckgliederung die gesamte Fassade und bestimmt den ersten Eindruck der Architektur, die von Geschoß zu Geschoß nach oben hin zunehmend ausdrucksvolleren Doppelwülste der Stockwerkgesimse und des Dachgesimses unterstreichen. Die Bogenquaderungen der Halbkreisbogen über den Fenstern und dem Hauseingang in der Mittelachse mit volutenförmigen Schlußsteinen machen die Auflast der oberen Geschosse deutlich. Die scheidrechten Quaderungen der übrigen Fensterstürze unterstützen die Stockwerkgesimse und den mit Rosetten besetzten Plattenfries unter dem Dachgesims. Die Lage der SymmetrieAchse bestimmen der mittig angelegte Hauseinang, die beiden vertikalen Reihen der Fenstertüren in der dritten Achse von rechts und von links innerhalb des Feldes gleicher Fenster mit gleichen Abständen am ersten und dritten Obergeschoß und zwei überragende, mittlere Dachgauben. Den Gegensatz von Fenster zur Fenstertüre unterstreichen die Einzel-Fensterbankgesimse, jeweils unterstützt von zwei Konsolen unter ihren Enden. Die Ausdrucksformen der architektonischen Elemente wurden aus der Renaissance abgeleitet und im Sinn der Funktion des Gebäudes weiter entwickelt.
Die ca. 1,60 m hohen Wandsockel des Hausflurs bestehen aus Holzrahmen, -füllungen in der Form schmaler, stehender Rechtecke und einem abschließenden, friesartigen Gesims aus liegenden Diamantquadern zwischen Triglyphen mit Guttae. Den Zugang zum Treppenhaus bildet ein halbkreisförmiger Stützbogen auf schmalen Pilastern. Der Terrazzoboden des Treppenhauses besteht aus einem schmalen, graubraunen Mittelfeld, das eine Rahmung aus Mosaik (schwarzweiß im Wechsel), einen sogenannten Laufenden Hund als breites Ornament in schwarz auf grau, beidseitig in rotem Rand gefaßt, und einem schwarzen Randstreifen umgibt. Die zwei- und gegenläufige, gerade Holztreppe begleitet ein formal ungewöhnlich ausgeprägtes Holzgeländer mit Würfeln an den Stabmitten, ein Holzhandlauf und ein Antrittspfosten im Erdgeschoß, teils gedrechselt, teils als konisches Achteck geschnitten und mit Beschlagwerk geziert. Die Wohnungsabschlüsse bestehen aus innen angeschlagenen, einflügeligen, im oberen Teil bis zu Zweidrittel verglasten Türblättern und tiefen Holzlaibungen. Vom Ausbau der Wohnungen sind Teile des Deckenstucks und Türen mit ihren Laibungen und Blendrahmen erhalten.
Die vorgelegte Beschreibung zeigt die Bedeutung des Gebäudes im Sinn des Denkmalschutzgesetzes auf, und zwar insbesondere hinsichtlich seiner städtebaulichen Einbindung, seines künstlerischen und wissenschaftlichen Werts und der Geschichte des Kölner Bürgers in Bezug zu seiner Stadt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0