Wohn- u. Geschäftshaus
Dasselstraße 70 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2070 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Dasselstraße 70, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.02.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde um 1895 als fünfgeschossiges, vierachsiges Wohn- und Geschäftshaus mit einer Stuckfassade errichtet.
Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Josef Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.
Die Dasselstraße verläuft längs der Eisenbahnlinie und verbindet als Bestandteil der Straßenfolge Moltkestraße/Lützowstraße/Dasselstraße/Moselstraße/Pfälzer Straße, welche den äußeren Rand der Neustadt im Westen und Südwesten parallel zu den Ringen erschließen, die beiden Sternplätze vor der Eisenbahnüberführung der Ausfallstraßen Lindenstraße und Zülpicher Straße miteinander. An der zum Rathenauplatz hin gelegenen Straßenwand nimmt die Neubebauung nach der Kriegszerstörung die Traufhöhe der beidseitig viergeschossigen, historischen Gebäude auf. An der zur Bahn hin gelegenen Seite gegenüber wird die Traufhöhe der historischen Gebäude von den Neubauten im großen und ganzen unterschritten. Der Straßenraum wird optisch an der Einmündung in die Zülpicher Straße von dem historischen Stahlbauwerk der Eisenbahnüberführung und deren Einfassung mit polygonalen, überhöhten Pfeilern und an ihnen bogenförmig hinauf verlaufenden Böschungsmauern aus rustiziertem Quadermauerwerk einerseits und vor der Bahnüberführung an der Lindenstraße die Platzbebauung und Hausfront an der Einmündung der Lützowstraße mit den historischen Gebäuden Lützowstraße 7 und 9 andererseits räumlich geschlossen. Ein charakteristisches Merkmal der Parks und Platzanlagen der Neustadt ist in den vom Rathenauplatz ausgehenden Straßen die Vegetation des Platzes durch Baumbestand in der Beethovenstraße und Roonstraße und Vorgärten in der Lochnerstraße und Görresstraße, die sich auf beiden Seiten der Dasselstraße bei zurück versetzter Straßenflucht fortsetzen. Die letzten Gebäude vor der Einmündung der Dasselstraße in die Lindenstraße nehmen die Flucht der vorderen Begrenzung der Vorgärten auf. Den Übergang bilden die Gebäudeformen der sich gegenüber liegenden Häuser Dasselstraße Nr. 79 und 66.
Die optische Überhöhung der Fassade wird durch die geschoßweise zur Traufe hin abnehmenden Fensterhöhen, unterstützt durch die zentralperspektivische Höhenwirkung, hervorgerufen. Im Gegensatz hierzu überzieht die Fassade in ganzer Höhe die horizontale Schichtung einer von Vorbildern der Renaissance abgeleiteten Quader-Rustika (am Erdgeschoß als Kissen-Quaderung, am ersten und zweiten Obergeschoß bossiert und bereits breiter gebändert wirkend als am Erdgeschoß, am dritten und vierten Obergeschoß flach und trotz der größten Höhenentfernung mit der Wirkung breitester Bänderung),die Reihe der in gesamter Fassadenbreite verlaufender, geschoßweise zur Traufe hin zunehmend weiter auskragender Stockwerkgesimse (über dem Erdgeschoß, dem zweiten und dritten Obergeschoß und über dem vierten Obergeschoß zugleich Traufgesims) und die von volutenförmigen Endkonsolen unterstützten Einzel-Fensterbankgesimse. Der Spiegelbildlichkeit der Fassade - die Lage der Symmetrie-Achse betonen die zur Mitte hin zusammengerückten mittleren Fensterachsen - widersetzen sich belebend die Fenstertüren mit schmiedeeisernem Brüstungsgitter in der rechten Mittelachse am ersten, zweiten und dritten Obergeschoß. Die scheidrechten Bogen-Quaderungen an allen Geschossen, am Erdgeschoß volutenartig hervortretend, setzen weiterhin belebende Akzente.
Der Terrazzoboden des Hausflurs besteht aus einem schmalen, graubraunen Mittelfeld, das eine Rahmung aus Mosaik (schwarzund weiß im Wechsel), einen sogenannten Laufenden Hund, als breites Ornament in schwarz auf grau, beidseitig in rotem Rand gefaßt, und ein schwarzer Randstreifen umgibt.
Die vorgelegte Beschreibung zeigt die Bedeutung des Gebäudes im Sinn des Denkmalschutzgesetzes auf, und zwar insbesondere hinsichtlich seiner städtebaulichen Einbindung, seines künstlerischen und wissenschaftlichen Werts und der Geschichte des Kölner Bürgers in Bezug zu seiner Stadt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0