Siedlung "Göttersiedlung"

Wodanstraße 24 · Rath/Heumar

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2110
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Göttersiedlung"
Adresse Wodanstraße 24, 51105 Köln
Baujahrum 1920 bis 1925
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.02.1984
Stadtteil Rath/Heumar

Das Doppelhaus Wodanstraße 24 - 26, gebaut um 1925, ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln und im Stadtteil Rath, da es (als ein Bestandteil der Göttersiedlung) den Prozeß der tendenziellen und organisierten Verlagerung der Wohnbereiche besser situierter Mittelschichten aus der Innenstadt Kölns in die naturnahen Orte in Stadtnähe (hier: Rath) und somit seine Aufwertung zum Stadtvorort dokumentiert. Dieser Prozeß, der massiv in den zwanziger Jahren als eine Folge der zunehmenden funktionalen Zergliederung der Stadt ansetzte, schlägt sich architektonisch im Bau von Einfamilienhaus-Siedlungen am Stadtrand nieder.

Der durch die ästhetische Wirkung des mächtigen Mansarddachs geprägte Eindruck eines erdgeschossigen Hauses baut auf der Formsprache des Barock auf (Korbbogenfenster der Dachgauben, Flachbogenfenster, Rundbögen des Türoberlichts, eine reichlich geschmückte Haustüre, gegenläufige Freitreppenanlage des Eingangs, konkaver Schwung des Dachs u.a.). Diese Anlehnung an einen historischen Stil ist eine traditionsbewußte Bauart und bekommt oft bei Einfamilienhäusern einen heimatlichen Anklang. Daher kann das Haus als Ausdruck und Dokument einer damaligen geistigen Strömung angesehen werden.

Die Einzelteile der Innenausstattung (originale Zimmertüren, Holztreppe, teilweise originale Fenster) wie auch die Vorgartenanlage mit einem teilweise gemauerten Heckzaun gehören zum unverzichtbaren Bestandteil des Hauses.

Städtebaulich gesehen bildet das Doppelhaus ein Element in der Gesamtstruktur der Göttersiedlung; dieser Bautyp wiederholt sich im Norden des Baldurplatzes (Nr. 28 - 30) und, teilweise zum Zentrum hin versetzt, zweimal auch auf der anderen Straßenseite (Nr. 37 - 39 und 53 - 55). Das ganze Ensemble (Wodanstraße / Baldurplatz / Baldurstraße) bietet ein anschauliches Bild der verschiedenen, architektonischen Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der zwanziger Jahre an, von einer eklektistischen im Süden (mit dem Doppelhaus 24 - 26) bis zur funktionalistischen im Norden.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0