Wohn- u. Geschäftshaus
Engelbertstraße 1 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2257 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Engelbertstraße 1, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.04.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Wohn- und Geschäftshaus wurde um 1895 als Eckhaus zur Roonstraße mit vier Vollgeschossen, einem Giebelgeschoß, 4:2:4 Achsen und einer Stuckfassade errichtet. Die Architektur der Gebäude wurde als Eckhaus und als Teil des den Hohenzollernring zur Erschließung des angrenzenden Viertels der Neustadt erweiternden Zülpicher Platzes (Sternplatz um den Turm der Herz-Jesu-Kirche) entwickelt. Die starke Betonung des Erdgeschosses durch kräftige Rustika (horizontale Bänderung, Quaderung der Sturzbögen), das kräftige, durchlaufende Stockwerkgesims über dem Erdgeschoß, dessen Wirkung das durchlaufende Sohlbankgesims am 1. OG verstärkt, und die mit Hilfe gußeiserner Stützen erweiterten Zugänge des Ladenlokals wenden sich dem Geschäftsleben des Platzes zu. Die Geschosse darüber mit den umlaufenden Fensterbankgesimsen und dem Mansarddach, dessen Wirkung durch einen kassettenartigen Fries unter der Traufzone erweitert wird, haben hauptsächlich die Aufgabe der räumlichen Platzgestaltung. Die dem Zülpicher Platz direkt zugewandte, abgeflachte, zweiachsige Ecke des Gebäudes ist als zentraler Bestandteil durch strenge Symmetrie gekennzeichnet, dessen Höhenwirkung durch nach oben hin abnehmende Prägnanz der Schmuckformen (durchlaufende Balustrade am 1. OG - unterbrochene Balustrade am 2. OG, Fensterüberdachung am 1. OG kombiniert mit den Balustraden am 2. OG - bogenförmige Überdachungen am 2. Obergeschoß - Schmuckrelief über den Fenstern des 3. OG), verringerte Geschoßhöhe des 3. OG und einen oberen Abschluß, der durch einen zentralen, zweifach übergiebelten Dacherker über einer die Trauflinie überhöhenden Balustrade in voller Breite der Platzseite mit vasenförmigen Eckmarkierungen bestimmt wird. Die beiden gleichen, vierachsigen Seiten der Roon- und der Engelbertstraße erfüllen die Aufgabe, die angrenzenden Straßenräume in die Architektur des Platzes mit einzubeziehen (umlaufende, horizontale Gliederung der Vollgeschosse und des Mansarddaches) als auch diese Räume gegenüber dem Raum des Platzes abzugrenzen (Roonstraße erste Achse von links bzw. Engelbertstraße dritte Achse von links, verbreiterte Fensterachse, gekuppelte Fenster am 1. und 2. OG und gemeinsame, vertikal vorspringende Rahmung der Fenster am 1. und 2. OG). Die originalen Fenstergliederungen sind wesentlicher Bestandteil der Fassadenarchitektur. Durch das an der Rückseite (Klinker-Sichtmauerwerk, Dachgesims) quer und zentral angelegte elliptische Treppenhaus mit Zugang von der Engelbertstraße, bestehen gute Belichtungsverhältnisse des Hofs. Die gewendelte Treppe aus hellblauen Terrazzostufen und einem Geländer, Handlauf und Antrittspfosten in Holz führt zu trapezförmigen Stockwerkpodesten mit je zwei Wohnungszugängen. Die Wohnungsabschlüsse bestehen aus Oberlicht und einer im oberen Teil verglasten Tür (Oberlicht und Tür z. Z. außenflächig kaschiert). In den Wohnungen sind die originalen Türen und -gewände größtenteils vorhanden. Durch die exponierte Lage als Eckhaus eines Sternplatzes besteht eine ungewöhnliche enge Verflechtung zwischen der Architektur und der Stadtplanung von Hermann-Joseph Stübben, nach der seit 1881 die Kölner Neustadt realisiert wurde. Als einziges erhalten gebliebenes profanes Gebäude am Zülpicher Platz veranschaulicht es eindrucksvoll die einst reiche Architektur einer vielfältigen städtebaulichen Situation.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0