Wohn- u. Geschäftshaus
Roonstraße 25 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2103 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Roonstraße 25, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.02.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde um 1890 als viergeschossiges, vier- achsiges Wohn- und Geschäftshaus mit einem Balkon und einer Stuckfassade errichtet.
Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910, ringförmig um die Altstadt, die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Josef Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. So entstand im Westen vor der Altstadt, zwischen den Ausfallstraßen der Zülpicher Straße und der Lindenstraße, die Achse der Roonstraße mit dem Wohnviertel um den sie einhüftig erweiternden Rathenauplatz. Der mit 100 x 500 m bemessene, rechteckförmige Platz (ehemalige Königsplatz) wurde als zentrale, städtische Parkanlage, der auch die Aufgabe zukam, die Aufstellung der Wagen des Karnevalszugs zu übernehmen, in die Planung aufgenommen. Die Roonstraße, deren Verlauf im Nordwesten durch den Turm der altkatholischen Kirche und im Südosten durch den Turm der Herz-Jesu-Kirche gefaßt ist, findet durch leichten Anstieg des Straßenniveaus in Richtung Barbarossaplatz und den, gegenüber der altkatholischen Kirche, höheren Turm der HerzJesu-Kirche die Nähe der Ringe an.
In der Roonstraße wird an den Enden des Rathenauplatzes auf der gegenüber liegenden Straßenseite der Baumbestand durch eine Baumreihe (heute lückenhaft) aufgegriffen und bis zur Baumgruppe vor dem Turm der altkatholischen Kirche und andererseits bis zu dem Baumbestand um die Herz-Jesu-Kirche weitergeführt.
Der gedankliche Inhalt der Architektur wurde mit Gestaltungselementen der Renaissance realisiert.
Die konsequente Spiegelbildlichkeit der beiden Gebäudehälften bezieht sich ausnahmslos auf alle Geschosse, wie auch auf das Erdgeschoß mit seinem zentralen Schaufenster und je einem Eingang in den Außenachsen. Die Rustika über dem Erdsockel an den zu jeder Seite der Eingänge gleich breiten Pfeilern, die scheidrechte Rustika der Bogen und das ausgeprägte, die Auflast veranschaulichenden, abschließenden Stockwerkgesimse tragen den einheitlichen Gebäudeteil der Obergeschosse. Die Lage des ästhetisch und physikalisch gewichtigen Mittelteils, bestehend aus massivem Balkon, über zwei Geschosse reichende, zusammenhängende und dem betonenden Abschluß einer zentralen Stelle in der halbrunden, gebrochenen Giebelüberdachung der beiden Mittelachsen am ersten und zweiten Obergeschoß, über dem scheidrechten Bogen des zentralen Schaufensters, wirkt konstruktiv gewagt und überraschend. Die Seitenachsen dieser Geschosse verdeutlichen diese Situation durch Einzelumrahmungen der Fenster, Dreieck-Übergiebelungen am zweiten Obergeschoß und Segmentbogen-Übergiebelungen neben dem sich rechtwinkelig kreuzenden Balkenwerk des Mittelfelds. Die balkenförmigen Überdachungen der Einzelumrahmungen der Fenster des dritten Obergeschosses leiten die Architektur der Traufzone ein.
Die Teilung des Plattenfrieses zwischen dem Stockwerkgesims über dem dritten Obergeschoß und dem kräftig ausladenden Profil des Dachgesimses nehmen die sechsfelderigen Teilungen der drei Dachgiebelfenster auf. Die beiden, über die Fläche des Satteldachs hochgezogenen, Brandgiebel, die schmalen, hohen, mit dreieckigen Giebeln abschließenden Dachgauben, mittig und in den Seitenachsen, führen die Vertikalität der Fassade über die Dachfläche hinaus und bestimmen die Silhouette der Dachlandschaft. An den drei Obergeschossen bildet eine glatte, feinfugig geschnittene Rustika den einheitlichen Hintergrund für Umrahmungen und Gesimse. Die nach oben hin von Geschoß zu Geschoß zunehmende Aussagekraft der Verdachungen, das Dachgesims eingeschlossen, steht in auffallendem Kontrast zur abnehmenden Aussagekraft der oberen Fensterbankzonen.
Die originale Haustüre ist als umrahmtes Fenster gestaltet mit Dreieck-Übergiebelung, einer kunstvoll vergitterten Fensterverglasung, einem Fensterbankgesims auf zwei Voluten-Konsolen und einer Brüstung, deren Rahmung ein liegender Diamantquader umschließt. Die rechteckige, rotweiße Terrazzofläche des Hausflurbodens rahmt ein schwarzer Mosaikstreifen, begleitet von einem weißen äußeren und gelben inneren Mosaikstreifen. Vor den Eckpunkten knicken die schwarzen Streifen rechtwinkelig nach innen ab, wo sie durch Überschneidungen und weitere, rechtwinkelige Richtungsänderung ein nach innen weisendes, regelmäßiges Muster aus drei Quadraten an jeder Ecke bilden. Die Mitte des Feldes bildet ein ungewöhnlich umfangreiches, mehrfarbiges, in Weiß gefaßtes Mosaik eines Pflanzenornaments mit großer und kleiner Symmetrie-Achse des elliptischen Umrisses. Die Wandsockel bestehen aus Holzrahmen mit unten stehenden und oben liegenden Füllungen. Die zweiläufige Treppenkonstruktion besteht aus Geländer, Handlauf und einem gedrechselten Antrittspfosten, im Erdgeschoß aus Holz. Die Antrittsstufen der Etagen sind gewendelt.
Von den vier Füllungen der Wohnungstüren sind die oberen, hohen Felder verglast. Die Türkämpfer stützt ein hohes, in rechteckige Felder aufgeteiltes Oberlicht.
Die vorliegende Beschreibung zeigt die Bedeutung des Gebäudes im Sinne des Denkmalschutzgesetzes auf, insbesondere aufgrund seiner städtebaulichen Einbindung, seines künstlerischen und wissenschaftlichen Wertes und hinsichtlich der Geschichte des Kölner Bürgers in Bezug zu seiner Stadt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0