Wohnhaus

Glasstraße 24 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2259
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Glasstraße 24, 50823 Köln
Baujahr1885
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.04.1984
Stadtteil Ehrenfeld

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Ehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Ehrenfeld entstand 1845 durch eine spekulative Initiative von Köln aus als erster linksrheinischer Vorort (unter Mitwirkung von Stadtbaumeister Weyer), da innerhalb der Mauerumwallung Kölns die Bauplätze knapp wurden. Durch industrielle Ansiedlungen gewann der Ort schnell an Bedeutung und besaß kurzzeitig, bis zur Eingliederung nach Köln, Ende des 19. Jh. die Stadtrechte. Das Haus ist ein geschichtliches Dokument städtischer Erstbebauung nach der Eingemeindung Ehrenfelds.

Das dreigeschossige Wohnhaus mit vier Achsen stammt aus dem Jahre 1885 und besitzt eine sparsam verzierte Stuckfassade im historischen Stil. Im Erdgeschoß wird die zeittypische Rustikastruktur ersetzt durch horizontale, abwechselnd glatte und geriefte Bänder, in die die stichbogengewölbten Fenster mit einem profilierten Rahmen eingesetzt wird. Die Haustür ist - ebenfalls ungewöhnlich - in der linken Mittelachse angeordnet, so daß sich auch das Erdgeschoß hier in die axiale Fassade mit in der Mitte etwas zusammengeschobenen Fenstern einordnet. Über einem geraden Stockwerkgesims sind beide Obergeschosse gleichartig gegliedert. Das Brüstungsfeld unter den Fenstern ist in beiden Geschossen etwas vorgesetzt. Im 1. OG wird deshalb das durchlaufende Fenstergesims jeweils verkröpft, im 2. OG treten die Fenstergesimse im Fensterbereich auf. Die Fenster werden gleichartig von profilierten Stuckrahmen eingerahmt. Stuckrahmen umgreifen auch die niedrigen Öffnungen des Mezzanius, die auf einem verkröpften Deckengesims über dem 2. OG aufstehen. Die Holzfenster sind alle original mit hohem Oberlicht erhalten. Ein weit auskragendes Dachgesims mit darüberliegendem, ausgebauten Dachgeschoß schließt das Gebäude nach oben ab. Die Rückfront des Hauses ist stark verändert. Ein zweigeschossiges Gartenhaus schließt sich an. Im Inneren hat der Eingang seine originale, allerdings sparsame Dekorierung erhalten können. Der Terrazzoboden mit Mittelrosette, eine Stuckleiste an der Decke des Eingangs und des Treppenhauses sind mit den teilweise erhaltenen Wohnungs- und Zimmertüren Dokumente des Wilhelminischen Ausbaukanons, wozu auch die Holztreppe mit dem Holzgeländer gehört. Städtebaulich ist die Glasstraße geprägt durch die Nähe zum Ehrenfelder Bahnhof, wodurch auch der zurückhaltende Gebäudeschmuck erklärbar ist. In ihrem Charakter ist die schmale Wohnstraße jedoch erhalten geblieben, war nicht zuletzt der Vielzahl der erhaltenswerten Fassaden und den Maßnahmen der Verkehrsberuhigung zu verdanken ist. Das Gebäude ist deshalb als Teil dieses Straßenraums unverzichtbar und zusammen mit den drei stilgleichen Nachbarbauten (24, 26, 28) maßstabbildend.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0