Wohnhaus
Philippstraße 67 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7584 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Philippstraße 67, 50823 Köln |
| Baujahr | 1894 bis 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.08.1995 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Erbaut 1894/95; 3 Geschosse, ausgebautes Satteldachgeschoß; 3 Achsen (Eingang mit originaler Tür mittig); mehrfarbige Backsteinfassade mit aufgeputzter Quaderstruktur und profilierten Fugen im EG in Anlehnung an die Neorenaissance; Fenster erneuert; Fensterrahmung im 1. OG durch stilisierte Ädikulen, im 2. OG durch auf Konsolen fußenden Lisenen; gesamte Obergeschoßzone dreiseitig durch Backsteinrahmung gefaßt; Rückfront: 3 Achsen (mittiger WC-Trakt aus den 20er Jahren leicht vorgestuft); backsteinsichtig; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster teils repariert, teils erneuert; 1 Gaube; Seitenfront backsteinsichtig (komplett geschlossen). Innen original: ornamentierte Bodenfliesen mit Bordüre (Mäandermuster) im Vorflur/Treppenhaus; Unterzug mit Rundbogen verblendet; Deckenfeld im Vorflur mit Stuckrahmung und Rosette; hölzerne Treppenanlage (Antrittspfosten, Geländerstäbe, Handlauf; Keller mit preußischen Kappen und Backsteinboden; Grundrisse; Wohnungsabschluß- und Zimmertüren mit Rahmen; Treppenhausfenster mit Riegel; Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige Hofmauer und die seitlich vorn anschließende, ca. 3 m hohe backsteinsichtige Mauer (mit erneuertem Tor).
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird die Philippstraße sukzessiv Richtung Stamm- und Glasstraße bebaut. Mit ihrem Namen erinnert sie an die erste Fabrik Ehrenfelds, die Tapetenfabrik von Philipp Hoffmann, die 1845 im Eckbereich Venloer-/Philippstraße gegründet worden war. Das o. g. Objekt gehört zu den weinigen Zeugnissen der historischen Bebauung, die die Kriegszerstörungen überdauert haben. Die auffälligen Backsteinverzierungen (anstelle der sonst üblichen Stukkatur), die sich an Vorbildern der Renaissance orientieren, veranschaulichen den Gestaltungsreichtum der gründerzeitlichen Architektur. Zugleich gibt die Fassadengestaltung über das wachsende Selbstbewußtsein und das Repräsentationsbedürfnis der damaligen Bewohner Aufschluß. Als Hinweis auf die sozialgeschichtliche Entwicklung Ehrenfelds sowie als Beispiel für seine Wohnbebauung und seine stadtteilspezifische Ausprägung wird das o. g. Objekt daher zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0