Wohnhaus
Moselstraße 44 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2318 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Moselstraße 44, 50674 Köln |
| Baujahr | 1890 bis 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.05.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude Moselstraße 44 wurde zwischen 1890 und 1895 als dreiachsiges Wohnhaus mit vier Vollgeschossen, einem Souterrain und einer Stuckfassade errichtet. Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und das Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Die Moselstraße ist ein Teil in der Straßenfolge der Moltke-, Lützow-, Dassel-, Mosel-, Pfälzer Straße, welche den äußeren Rand der Neustadt im Westen und Südwesten parallel zu den Ringen erschließt und vor den Bahnüberführungen die Ausfallstraßen miteinander verbindet. Durch die Kurvenverlegung vor dem Eisenbahnknotenpunkt südwestlich des Volksgartens engt der Gleiskörper die Neustadt im Bereich der Moselstraße ein und trennt den um die Luxemburger Straße herum liegenden Neustadtbereich jenseits der Bahnlinie von dem inneren Neustadtbereich ab. Den Anbindungen der Bahnüberführungen Zülpicher Straße, Lindenstraße und Eifelwall kommen daher besonders große Bedeutung zu. Dem entsprechend wurde, um den Raum für zusammenhängende Baumasse zwischen der Bahn und dem Salierring zu schonen und den direkten Anschluß an den Eifelplatz zu erhalten, die Moselstraße unmittelbar am Bahnkörper entlang gelegt. Der geradlinig verlaufende Straßenraum der Moselstraße wird an den Enden im Nordwesten durch die Richtungsänderung der Gleisanlage des Eisenbahnrings und der ihr etwa parallel verlaufenden Dasselstraße, im Südosten durch die abschwenkende Richtung der Pfälzer Straße, dem zweireihigen, historischen Baumbestand auf deren Mittelstreifen und an den Längsseiten durch die vier- bis viereinhalbgeschossige Reihenbebauung gegenüber der als Höchstmaß ein Geschoß hohen, rustizierten Böschungsmauer mit bekrönendem, niedrigem Bahndamm hinter einer parallel verlaufenden Reihe historischen Baumbestands eingefaßt. Durch leichten Anstieg des Straßenniveaus und abschwenkender Geistrasse nimmt die Höhe der Böschungsmauer in Richtung zur Pfälzer Straße ab und entfällt schließlich auf halbem Wege zwischen der Eisenbahnüberführung der Luxemburger Straße und der Einmündung in die Pfälzer Straße. Baumreihe, Böschungsmauer und Bahndamm bilden eine städtebauliche und insbesondere raumbildende Abgrenzung gegenüber der Baulinie. Die Traufhöhe der Altbebauung wird von der Traufhöhe der Neubebauung unterschritten. Das schmale, den Erdsockel des Souterrains abschließende Gesims, der horizontal verlaufende Fugenschnitt der liegenden Bänderung am 1. OG, der sich vor dem Schlußstein auf den waagerechten Fensterstürzen als Fugen eines Sturzmauerwerks abwinkelt, und das Stockwerkgesims des 1. OG, dessen gestalterische Aussage das Fensterbankgesims des 2. OG mit einschließt, veranschaulichen mit ihren Horizontalen die Bodennähe und lasttragende Funktion des Fassadenunterbaus. Im Gegensatz weist der schmale, hohe, aus der linken Achse dicht an die linke Hausgrenze gerückte Hauseingang, der zusammen mit seiner Überdachung in der Form eines konkaven Walmdaches die Höhe von Souterrain und 1. OG einnimmt, aus eigenständiger Position auf die Vertikalität der Fensterachsen hin. Das Fensterbankgesims am 4. OG nimmt die Horizontalität des EG auf und gibt sie weiter zum Dachgesims, dessen Wirkung von den dicht nebeneinander liegenden Überdachungsgesimsen eingeleitet und verstärkt wird. Die Umrahmung des mittleren Fensters am 3. OG, bestehend aus seitlichen, mit Diamantwürfeln besetzten Pilastern, deren Konsolen das sich über sie hinweg verkröpfende Fensterbankgesims miteinander verbindet und einem Stuckbogen mit Schlußstein in Sturzbreite, die einen gebrochenen Giebel unterstützen, der das ihm überhöhende mittlere Fenster am 3. OG im unteren Bereich einfaßt, gibt der mittleren Fensterachse und Symmetrieachse des Gebäudes dominierende Bedeutung. Die Reihen der von Geschoß zu Geschoß niedrigeren Fensterhöhen, welche die Überdachungen der Form geschwungener Giebel miteinander verbinden, enden in den quadratischen Dachgauben. Die Architektur der Fassade orientiert sich am klassizistischen, rheinischen Drei-Fenster-Haus, das mit individuell abgewandelten Formen aus der Renaissance und dem Barock dem Repräsentationsbedürfnis der Zeit Rechnung trägt. Im vorderen Teil des Hausflures führt eine hohe Terrazzotreppe auf das Niveau des 1. OG. Der z. T. beschädigte Fliesenbelag des Hausflurbodens ist das einzige Beispiel für authentische Farbgebung. Vier quadratische Fliesen bilden ein gleichseitiges Kreuz mit kleeblattartigen Enden in beige auf schwarzem Hintergrund. Die Zwickel zwischen den Kreuzbalken füllt eine stilisierte Pflanzenform in dunkelrot auf hellblauem Hintergrund. Die breite Rahmung des Bodenspiegels bildet eine Kette aus diagonal gestellten Quadraten in beige, die an je zwei Ecken aneinanderreihen. Mit den dazwischenliegenden dunkelroten Dreiecken ergibt sich ein Band, das zu beiden Seiten gleich von einem schwarzen Streifen zwischen zwei schmalen beigen Streifen begleitet wird. Der etwa quadratische Grundriß des Treppenhauses schließt sich rechts am Ende des Hausflures an. Die einläufige, um 180 Grad um ein weites Treppenauge gewendelte Steintreppe trägt ein Geländer aus gedrechselten Holzstäben und einem Holzhandlauf.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0