Wohn- u. Geschäftshaus
Luxemburger Straße 36 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2206 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Luxemburger Straße 36, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.04.1984 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Gebäude wurde um 1890 als viergeschossiges, dreiachsiges Wohn- und Geschäftshaus mit einer Werksteinfassade errichtet.
Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Die Luxemburger Straße verbindet als Ausfallstraße in Verlängerung der Altstadtstraßen Weyerstraße und Halmgasse den Barbarossaplatz mit dem Eifelwall und dem Luxemburger Wall. Durch die Kurvenlage der Eisenbahn vor dem Eisenbahnknoten südwestlich des Volksgartens, schwenkt der Eisenbahngürtel in das Bebauungsgebiet der Neustadt ein und trennt den Neustadtbereich um die Luxemburger Straße in zwei Teile auf, die an der Bahnüberführung der Luxemburger Straße miteinander verbunden sind. In der Absicht, eine möglichst innige Anbindung herzustellen, wurden die Flachbogen des historischen Stahlbauwerks der Überführung ungewöhnlich breit angelegt, so daß die Luxemburger Straße, die von beiden Seiten zur Überführung hin mit leichtem Gefälle angelegt ist, ohne Einengung die Bahn unterquert und dem Stadtviertel jenseits der Bahn einen der "festlichen Räume" der Ringe und einen der ehemals schönsten Sternplätze Europas erschließt. Das schmale Gebäude mit flachgeneigtem, gaubenlosem Satteldach steht in der Tradition des klassizistischen, Rheinischen Dreifensterhauses. Die architektonischen Inhalte der in Werkstein ausgeführten Fassade (Tuffstein, Fensterumrahmungen und Traufgesims aus rotem Sandstein) werden von einer strengen, wesentlichen Aussage reduzierter Gliederung vorgetragen. Die gesamte Fassadenfläche besteht aus einer Mauervorlage mit schmalen, seitlich vertieft liegenden Streifen. Die tragende Kraft des Erdgeschosses veranschaulichen die beiden seitlichen, aus den Achsen zu den Nachbargrenzen hin gerückten Eingänge (Haustüre und Ladeneingang), wodurch das Erdgeschoß optisch verbreitert erscheint. Das Erdgeschoß schließt nach oben hin mit einem schmalen unteren und einem hohen, kantigen, weit ausladenden Stockwerkgesims zu beiden Seiten einer ebenen Fläche (als Schriftträger des Ladens), welche zugleich die Fassadeneinheit des 1., 2. und 3. OG unterhalb einfaßt, die oberhalb von einem vorn und seitlich wulstigen, stark auskragenden Profil des Dachgesimses eingefaßt wird. Jedes Fenster umgibt eine einzelne Umrahmung, am 1. und 2. OG mit einem Gesimsbalken als Verdachung. Die optische Fassadenüberhöhung entsteht oberhalb des hohen Erdgeschosses durch Herabsetzen der Überdachungen am 2. OG gegenüber dem 1. OG, durch Verzicht auf Einzelverdachungen am 3. OG unter dem hoch darüberliegenden Traufgesims als Überdachung der Gesamtfassade. Alle Fensterbank- und Überdachungsgesimse nehmen von Geschoß zu Geschoß weiter auskragend Bezug zu der weitesten Auskragung der Dachgesimse. Die eigenständige Architektur verwendet abgewandelte Formen der italienischen Renaissance. Den langgestreckten Hausflur unterteilt ein halbkreisförmiger Stützbogen auf beidseitigen Mauervorlagen in einen kürzeren, wenig breiteren und einen rückwärtigen längeren Teil im ungefähren Verhältnis 1:2. Das Kehlprofil des Deckenstucks wird durch eine Fuge von der Deckenfläche abgesetzt. Der etwa 1,50 m hohe Sockel im vorderen Teil des Flurs besteht aus Holz. Seine Füllungen bilden hohe, stehende Rechtecke. Den oberen Abschluß bildet ein Fries aus schmalen, liegenden Diamantquardern, die jeweils der Breite zweier Füllungsfelder entsprechen und eine gesimsartige Abdeckleiste mit nach oben hin zunehmend auskragendem Profil. Der Boden beider Flurabschnitte und des rechts am Ende des Hausflurs anschließenden Treppenhauses besteht aus quadratischen, versetzt verlegten grauen und weißen Fliesen. Die weißen Fliesen tragen grauen Mitteldekor aus gleichseitigen Kränzen mit vier kleeblattförmigen Enden. Die einläufige, gegenläufige, in Laufmitte um 180 Grad gewendelte Holztreppe trägt ein Holzgeländer mit in ihren Mitten zylindrischen Stäben, einen Holzhandlauf und im EG einen auf dem Boden aufstehenden gedrechselten Pfosten mit zylindrischer Basis, und einem konischen Schaft im oberen Drittel neben angewendeltem erstem Lauf. Die Treppenhausfenster sind im Original erhalten. Die Abschlußtüren der Wohnungstüren des Vorderhauses und des Anbaus liegen seitlich an den Stockwerkpodesten im Winkel zueinander mit gemeinsamen, zurückversetzten Pfosten. Die Türen sind in ihren oberen zwei Dritteln verglast, die Flächen der hohen Oberlichter werden durch Kreuzsprossen aufgeteilt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0