Wohnhaus
Moselstraße 42 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_0971 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Moselstraße 42, 50674 Köln |
| Baujahr | 1890 bis 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.02.1982 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das o. g. Objekt, 1890-95 errichtet, ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910, ringförmig um die Altstadt, die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Josef Stübben als erste große Stadterweiterung in Deutschland durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.
Die Moselstraße ist ein Teil, in der Straßenfolge der Moltke-, Lützow-, Dassel-, Mosel-, Pfälzer Straße, welche den äußeren Rand der Neustadt im Westen und Südwesten parallel zu den Ringen erschließt und vor den Bahnüberführungen die Ausfallstraßen miteinander verbindet. Durch die Kurvenverlegung vor dem Eisenbahnknoten südwestlich des Volksgartens engt der Gleiskörper die Neustadt im Bereich der Moselstraße ein und trennt den um die Luxemburger Straße herum liegenden Neustadtbereich jenseits der Bahnlinie von dem inneren Neustadtbereich ab.
Dem entsprechend wurde, um den Raum für zusammenhängende Baumasse zwischen der Bahn und dem Salierring zu schonen und den direkten Anschluß an den Eifelplatz zu erhalten, die Moselstraße unmittelbar am Bahnkörper entlang gelegt. Der gradlinig verlaufende Straßenraum der Moselstraße wird an den Enden im Nordwesten durch die Richtungsänderung der Gleisanlage des Eisenbahnrings und der ihr etwa parallel verlaufenden Dasselstraße, im Südosten durch die abschwenkende Richtung der Pfälzer Straße, dem zweireihigen, historischen Baumbestand auf deren Mittelstreifen, und an den Längsseiten durch die vier- bis viereinhalbgeschossige Reihenbebauung gegenüber der als Höchtmaß ein Geschoß hohen, rustizierten Böschungsmauer mit bekrönendem, niedrigen Bahndamm hinter einer parallel verlaufenden Reihe historischen Baumbestands eingefaßt.
Durch leichten Anstieg des Straßenniveaus und abschwenkende Gleistrasse nimmt die Höhe der Böschungsmauer in Richtung zur Pfälzer Straße ab und entfällt schließlich auf halbem Weg zwischen der Eisenbahnüberführung der Luxemburger Straße und der Einmündung in die Pfälzer Straße. Baumreihe, Böschungsmauer und Bahndamm bilden eine städtebauliche und insbesondere raumbildende Abgrenzung gegenüber der Baulinie. Die Traufhöhe der Altbebauung wird von der Traufhöhe der Neubebauung unterschritten.
Baugeschichtlich bedeutend ist das viergeschossige, vierachsige Traufenhaus mit Souterrain und Giebelgeschoß sowie Flacherker mit Balkon als Beispiel einer Bauweise mit Stilanklängen aus dem reichen Formenrepertoire der Renaissance.
Die beiden, den Erdsockel des Souterrains sowie das Erdgeschoß abschließenden Gesimse, sowie der horizontal verlaufende Fugenschnitt der rustizierten Bänderung, der sich in den rundbogigen Fensterstürzen als keilförmiges Fugenmauerwerk abwinkelt, veranschaulichen mit ihren Horizontalen die Bodennähe unbd lasttragende Funktion des Fassadenunterbaus. Im Gegensatz dazu weist der schmale, hohe, in der rechten Achse dicht an die Hausgrenze gerückte Hauseingang, der zusammen mit seinem rundbogigen Oberlicht die Höhe von Souterrain und Erdgeschoß einnimmt, verstärkt durch den ab erstem Obergeschoß bis ins dritte Obergeschoß aufragenden Flacherker, auf die Vertikalität der Fensterachsen hin.
Die doppelten Gesimse und (Konsol-)Fensterbankgesimse der oberen Geschosse nehmen die Horizontalität des Erdgeschosses auf und geben sie weiter zum weit ausladenden Traufgesims, dessen Wirkung von den dicht nebeneinander liegenden, geraden und beschmückten Verdachungsgesimsen eingeleitet und verstärkt wird.
Die Umrahmung der ab erstem Obergeschoß geraden Fenster, bestehend aus seitlichen, ornamentierten Säulen mit Kapitellabschluß, deren pfeilerartige Basen das sich über sie hinweg verkröpfende Fensterbankgesims verbindet, sowie die dreieckförmige, mit Rosetten, Masken und Friesen besetzte Fensterverdachung (Ädikulafenster) geben dem ersten Obergeschoß eine dominierende Bedeutung (sogenannte Beletage).
Die Mitte des Gebäudes wird durch einen über zwei Achsen sich ziehenden, mit Voluten und Ornamentik geschmückten Mittelgiebel mit geschweiftem Abschluß betont.
Die alte Fensterteilung sowie die Kassettenhaustüre vervollkommnen die ästhetische Einheit der Fassade, die als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes veranschaulichen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0