Wohnhaus
Pferdmengesstraße 3 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2965 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Pferdmengesstraße 3, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1920 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 25.03.1985 |
| Stadtteil | Marienburg |
Die im Jahre 1911 errichtete 2geschossige, 3achsige Villa mit naturschiefergedecktem Mansarddach folgt in der Formensprache der Architektur barocken Vorbildern, gehört in stilistischer Hinsicht somit zum Neu-Barock, welches eine bedeutende Architekturströmung der Zeit um den Ersten Weltkrieg war. Besondere Gestaltungsmerkmale im Bereich der Fassade dieses freistehenden Hauses sind die sog. Monumentalgliederungen mittels von Kapitellen bekrönten Pilastern, das auf die Mitte der Mittelachser gesetzte Portal, das in seiner Gestaltung wiederum barocken Vorbildern aus der Kölner Altstadt folgt, sowie die Sprossenfenster mit ihren Fensterrahmungen und Schlagläden. Vorbild für dieses Haus waren zweifelsohne die barocken Stadtpalais der Kölner Altstadt wie das "Von Grootesche Haus", das "Salm-Reifferscheidtsche Palais", das "Von Geyer che Palais" oder der "Nesselroderhof", alles Bauten, die heute nicht mehr vorhanden sind. Der an der Außenarchitektur schon deutlich hervortretende Bezug auf die historische Architektur der Kölner Altstadt setzt sich auch im Innern des Hauses fort. Hier wurde 1928 oder kurz nach 1928 das ursprüngliche Treppenhaus durch ein originales Altkölner Treppenhaus des 17. Jh. ersetzt, das aus dem 1928 abgerissenen Haus "Unter Krahnenbäumen 17", dem "Hof Rennenberg" stammte. Im Rahmen dieser Umbaumaßnahme und dann v. a. in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weite Bereiche des Hausinneren verändert, so daß hier neben der oben zitierten Treppe nur die Grundrißsituation und eine Tür im EG (links vom Hauseingang) als original und erhaltenswert anzusehen sind. Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt vom Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villen-Kolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jh. haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch sonstige deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort auch gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und auch in Deutschland ist. Das Haus Pferdmengesstraße 3 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil dieses großen baulichen und durch seine Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles" Villenvorort Marienburg. Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburg ist der Bau u. a. deshalb von besonderm Interesse, weil mit ihm vermutlich erstmals in Marienburg eine "altkölnische" Architektur errichtet wurde, die im Gegensatz zu den sonst überwiegenden Landhäusern englischer Prägung stand. Das Haus Pferdmengesstraße 3 ist in seiner Gesamtkonzeption als auch der Detailausführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität und Bedeutung. Es ist zudem ein herausragendes Zeugnis der Architekturentwicklung um 1910, die sich sehr um die Verarbeitung heimischer Traditionen in einer neuen Architektur bemüht hat. Für die Stadt Köln ist dieser Bau ein letztes Zeugnis für die Tradition der Kölner Stadtpalais.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0