Wohn- u. Geschäftshaus
Christian-Gau-Straße 17 · Braunsfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2493 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Christian-Gau-Straße 17, 50933 Köln |
| Baujahr | um 1912 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.07.1984 |
| Stadtteil | Braunsfeld |
Das Haus ist bedeutend für die Menschen in Köln-Braunsfeld, weil es ein wesentlicher Bestandteil des Erstbebauung dieses Stadtteils ist. Der südlich von Ehrenfeld gelegene westliche Vorort wurde erst im 19. Jh. durch die Ziegelei eines Herrn Braun gegründet, um die bald Wohnbauten entstanden. Der zwischen dem Industriepark Ehrenfelds und dem Stadtwald gelegene Ortsteil umfaßt im nördlichen Bereich Mietstockwerkbauten, während zum Stadtpark hin anspruchsvollere Wohnbebauung vorherrschend ist. Als Hauptverkehrsschneise durchschneidet die Aachener Straße den Ortsteil in westlicher Richtung. Die Christian-Gau-Straße liegt im südlichen Teil von Braunsfeld in der Nähe des Stadtwalds und weist noch Mietbauten aus der Endzeit der Wilhelminischen Epoche auf.
Das um 1912 im späten geometrischen Jugendstil erbaute Mietstockwerksgebäude ist überwiegend dreigeschossig mit durchgehend gewerblicher Nutzung im EG. Die sehr reiche plastische Gliederung dieses Eckgebäudes zur Braunstraße wird vor allem durch den sehr weit geschwungenen Ziergiebel über einem Zwerchhaus im DG bestimmt, der drei von sieben Achsen zur Christian-Gau-Straße hin überspannt. Zwei flankierte einachsige Erker in den OGs, von denen der linke im 1. OG sich auf zwei Achsen verbreitert, erhöhen den kraftvollen Ausdruck des Gebäudes, zu dem auch die großflächigen Stuckdekors in der Putzfassade beitragen. Ein weiteres Gliederungsmerkmal ist das zur Straße hin zwischen den Erkern liegende Treppenhaus, dessen architektonische Bedeutung hier bereits auf die spätere Entwicklung zum modernen Bauen hinweist. Zur Braunstraße sind die drei Achsen axial durch ein kräftiges Mittelrisalit gegliedert, welches im DG durch ein mit einem Walmdach abschließendes Zwerchhaus überragt wird. Die Fenster wurden, wie die Haustür, erneuert. Das EG, wie auch das Innere des sehr breit angelegten Gebäudes, wurde umgebaut. Die Terrazzotreppe mit Holzgeländer blieb original erhalten sowie der Terrazzoboden des Hauseingangs. Städtebaulich ist dieses überaus charaktervolle Gebäude unverzichtbar, einerseits als weithin dominierendes Eckgebäude, andererseits aber auch als Endpunkt eines im späten Jugendstil erhaltenen Straßenzuges von Nr. 1 bis Nr. 17. Diese viergeschossige Fassadenreihe besitzt in den Häusern 5 und 7 noch sehr reiche Jugendstilfronten, die mit dem o. g. Gebäude ein zeittypisches Ensemble bilden. Diese späte historisierende Bebauung ist für den Mietwohnungsbau in Braunsfeld charakteristisch und unverzichtbar und bildet die Überleitung zu der anspruchvollen Villenbebauung am Stadtrand.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0