Wohn- u. Geschäftshaus

Ehrenstraße 49 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2521
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Ehrenstraße 49, 50672 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.07.1984
Stadtteil Altstadt/Nord

An der unteren Ehrenstraße, in der Nähe des Friesenwalls, bilden die gemeinsamen Einmündungen der Kettengasse, Pfeilstraße und Benesisstraße von Süden her und der Alten Wallgasse an der gegenüberliegenden Seite einen mittelalterlichen Platzgrundriß in unregelmäßiger Sternform. Die Bebauung des Platzes besteht unter anderem aus den viergeschossigen, denkmalwerten Objekten Benesisstraße 64 - 66, Ehrenstraße 49 und Pfeilstraße 53.

Das Objekt Ehrenstraße 49, Eckhaus zur Pfeilstraße, wurde um 1890 als viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit vier Fensterachsen zur Ehrenstraße, einer Fensterachse zur Pfeilstraße, einer abgeschrägten Ecke und einer Backsteinfassade mit Stuckgliederungen errichtet. Die Objekte Ehrenstraße 49 und Pfeilstraße 53 bilden zusammen einen Eckhauskomplex aus zwei Eckhäusern, deren stumpfwinklige Ecken durch Abschrägung und durch dominierende Architekturelemente als Blickfang ausgebildet sind. Am Haus Ehrenstraße 49 wird die Eckabschrägung am 1., 2. und 3. OG durch Mauervorlagen in den Seitenfassaden verbreitert, so daß die Hausecke als breite, vorgesetzte Scheibe erscheint, die sich in die Dachzone hinein in einen Dreieckgiebel mit konsolenartigen Fußpunkten, auskragender Abdeckung und plastischer Bekrönung, am EG als portalartige Überdachung des Eckeingangs fortsetzt. Dieses Motiv wiederholt die Endachse der Fassadenseite an der Ehrenstraße nachklingend als Risalit ab dem 2. OG. Damit erhält zum einen die schmale, einachsige Fassade an der Pfeilstraße durch Zusammenschluß mit der Eckausbildung turmartigen Charakter, zum anderen die breitere Hauptfassade an der Ehrenstraße seitlich flankierende Einfassungen. Die kraftvoll ausgeprägten Fensterbank- und Stockwerkgesimse umlaufen den Risalit und die Eckausbildung und binden sie somit in die hintere Fassadenebene ein. Das durch die beiden Giebel unterbrochene, wulstig auskragende Dachgesims wird auf jedem Fensterpfeiler an der Ehrenstraße von einer kurzen Halbsäule als Konsole durchdrungen.

Die allgemein ausgeprägte Plastizität der Fassade wurde durch von unten nach oben schräg nach innen fallende Brüstungsfelder der Fenster unterstrichen. Die von Geschoß zu Geschoß aufwärts gesehen abnehmenden Richtmaße der Fensteröffnungen lassen die Fassade in optischer Überhöhung erscheinen. In gegensätzlicher Wirkung nehmen die Stockwerk- und Fensterbankgesimse an Kragweite und Volumen zu. Ihre Reihung endet mit den größten Dimensionen, dem Dachgesims. Über die Flächen des EG greifen von unten her ein niedriger, schräg angesetzter Erdsockel, von oben her Architekturelemente der oberen Stockwerke belebend und den lasttragenden Ausdruck überlagernd ein. Die steilen, in Naturschiefer eingedeckten Dachformen führen die Fassadenarchitektur in der Architektur der Dachformen fort. Der architektonisch eigenständige Entwurf bedient sich bei klassizistischem Grundkonzept neugotischer Stilelemente. Die planerisch geschickt eingebauten Treppenläufe und Podeste erschließen das Gebäude bei sehr guter Begehbarkeit auf engstem Raum. Hinter dem Drehbereich der Haustür am schmalen Fassadenflügel der Pfeilstraße führt eine einläufige, an ihrem Beginn gewendelte Treppe zu der etwa quadratischen Grundfläche des Treppenhauses im 1. OG. Die in ihren Höhen unterschiedlichen Geschoßlagen der beiden Fassaden unterteilt jeden Lauf durch zwei quadratische Stockwerkpodeste, zwischen denen sich ein vierstufiger, gerader Lauf und ein sich um 180 Grad wendelnder Lauf abwechseln. Stufen, Wangen, Geländer und Handlauf bestehen aus Holz. In den Untersichten sind die Kanten der Stufen und rechtwinklig in der Mitte sich kreuzenden Stützbalken der Podeste an letzteren mit Abstand vor den Endpunkten der Kanten profiliert abgefaßt.

Das Objekt Ehrenstraße 49 bildet zusammen mit den Häusern Pfeilstraße 53 (linkes Nachbarhaus), Ehrenstraße 51 (rechtes Nachbarhaus) und dem unmittelbar anschließenden Haus Ehrenstraße 53 eine geschlossene, einheitliche Bausubstanz aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. Darüber hinaus bildet diese Gebäudegruppe innerhalb des mittelalterlichen Straßennetzes einen Teil des Denkmäler-Ensemblebereichs zwischen der Ehrenstraße, dem Friesenwall und der Kettengasse. Die leichte Schwenkung des Verlaufs der Ehrenstraße in der Höhe des beschriebenen Platzes stellt von dem oberen, dem östlichen Teil der Ehrenstraße aus gesehen, die Eckausbildung des Gebäudes mit beiden Fassadenflügeln in den Blickpunkt der Straßenflucht. Zudem wird diese zentrale Sichtlage durch die Eckarchitektur des Eckhauses Ehrenstraße 4 an der linken Straßenseite zentralperspektivisch erweitert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0