Wohn- u. Geschäftshaus

Ehrenstraße 53 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7533
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Ehrenstraße 53, 50672 Köln
Baujahrum 1880
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 31.07.1995
Stadtteil Altstadt/Nord

Erbaut um 1880, auf rechteckiger Grundfläche mit rückwärtigem abgewinkelten Anbau, 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Satteldach (Anbau zum Teil mit Pult-/Flachdach), 3 Achsen, Stuckfassade in Formen des Klassizismus, Mittelachse in den Obergeschossen leicht vorgebaut, im Erdgeschoß Ladenlokal, nachträglich verändert (Umbau 1964), Haustür (im Eingangsbereich des Ladenlokals) erneuert (Metall), Fenster mit geradem oberen Abschluß, alle straßenseitigen Fenster erneuert. Rückseite: einachsig, Backstein, verputzt, Rücksprung zwischen Vorderhaus und Anbau, Hofbereich nachträglich eingeschossig überbaut, Fenster mit segmentbogigem oberen Abschluß, alle rückwärtigen Fenster erneuert. Im Inneren original erhalten: Treppenhaus: Holztreppe (unter Belag), Geländer (im Erdgeschoß zum Teil verändert), mit Stäben und Handlauf, Podeste mit Holzdielenboden belegt. In den Wohnungen: Holzdielenböden.

Im Dachgeschoß rückwärtiger Balkonausbau nachträglich angefügt.

Gewölbekeller, flache Quertonnen.

Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, die in der Kölner Altstadt verheerende Verluste der historischen Baukultur zur Folge hatten, wurden weite Teile der gebauten Umwelt, insbesondere die die Altstadt prägende Architektur des späten 19. Jahrhunderts aufgegeben. Den architektonischen und stadtplanerischen Vorstellungen der Nachkriegszeit entsprechend schuf man durch eine großzügige Planung ausgedehnte Freiflächen, die eine großräumige Gestaltung zur Folge hatte. Der Straßendurchbruch Nord-Süd-Fahrt mitten durch die Altstadt und seine architektonische Fassung führten weitgehend zu einer Entwertung des historisch gewachsenen Stadtgrundrisses und zu großmaßstäblich geplanter Bebauung. Im Bereich zwischen den Verkehrsachsen Friesenwall und Apostelnstraße und im Winkel zum Hohenzollern-/Habsburgerring liegt die Ehrenstraße mit Wohn- und Mietwohnbebauung sowie gewerblicher Gebäudenutzung auf gewachsenen überkommenen kleinteiligen Parzellen mit relativ alter Bausubstanz sowie einer Vielzahl drei- bis viergeschossiger Nachkriegsneu- und Wiederaufbauten. Die Ehrenstraße im Kreuzungsbereich zwischen Ketten- und Alte Wallgasse, Pfeil- und Benesisstraße gelegen, weist im Gegensatz zu dem stark kriegszerstörten Straßenabschnitt im Bereich um den Friesenwall/Ring mit zahlreichen Gebäudeverlusten eine noch weitgehend intakte Zeilenbebauung des späten 19. Jahrhunderts auf. Im diesem Ensemblebereich des 19. Jahrhunderts kommt dem Gebäude Ehrenstr. 53 mit einigen weiteren Gebäuden der Entstehungszeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besondere Bedeutung zu. Das für die Kölner Stadtarchitektur typische, rheinischer Bautradition verpflichtete dreiachsige schmale und hohe Gebäude mit rückwärtigem Grundstück und seitlichem Anbau weist aufwendig gestaltete klassizistische, städtische Baukultur repräsentierende Schmuckformen in Stuck an der Schaufassade auf. Sowohl die zu Dreiergruppen zusammengefaßten Öffnungen, als auch die geschoßweise variierten, plastisch vortretenden Mittelverdachungen in den Obergeschossen sind bei der Nr. 53, wie auch bei weiteren Nachbargebäuden in unverändertem Zustand überliefert. Die Mittelbetonung, die bei der nur wenige Jahre später einsetzenden Massenbauweise des Historismus nur an herausragenden Gebäuden Anwendung fand, ist Indiz für die gehobenen Wohnansprüche der Bauherren und Mieter (Schmuckformen: Bossenquaderimitation, Mittelachse: Pilasterstellungen mit bekrönenden Giebeln, im 1. Obergeschoß Dreieckgiebel, 2. Obergeschoß Segmentbogengiebel, 3. Obergeschoß gerade verdacht, reich profilierte Stockwerkgesimse, gekröpft, Traufgesims). Das Gebäude Ehrenstr. 53 dokumentiert trotz mancher Verluste der Innengestaltung, überkommene Lebens- und Wohnformen in der historischen Altstadt Kölns und ist als gebautes Denkmal aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts unverzichtbarer Bestandteil der überlieferten Architektur.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0