Wohnhaus

Stadtwaldgürtel 79 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2532
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Stadtwaldgürtel 79, 50935 Köln
Baujahrum 1920
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 20.07.1984
Stadtteil Lindenthal

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Lindenthal, da es die Geschichte der Entwicklung dieses Stadtteils außerhalb des Stadtkerns bzw. der späteren preußischen Umwallung (oder Gürtel) dokumentiert. Lindenthal wurde 1846 als neues Siedlungsgebiet vorwiegend für Kölner Bürger von Köln aus gegründet, wobei hier bereits um das sog. Krieler Dömchen (der Kath. Kirche St. Stefan) eine dörfliche Ansiedlung vorgefunden wurde. Mit der Gründung einer Irrenanstalt, nach deren Auflösung ein Krankenhaus eingerichtet wurde, wurde die Basis für die spätere Universität im östlichen Teil nach der Eingemeindung Lindenthals geschaffen. Der Stadtwaldgürtel liegt in einem Bereich vorwiegender Villenbebauung um den Stadtwald.

Die eingeschossige Stadtvilla aus der Zeit um 1920 (1925?) wurde als brockisierender Werksteinbau mit halbrundem Mittelrisalit errichtet. Die dreiachsige, axial organisierte Fassade trägt (etwa nach Vorbild des Benrather Schlosses) ein hohes Mansarddach, in das mittig ein Voluten-geschmückter Ziergiebel eingreift. Die Fassadenstruktur ist trotz der Bauzeit historisierend (Dorische Säulen, Rundbogenfenster). Der seitliche Eingang mit originaler TÜr liegt unter einem Portikus und wird über vier Treppen erreicht. Die hintere Fassade ist z. T. verputzt und zweigeschossig. Die zweite Seitenfassade erinnert nochmals mit seitlichen Rundbogenfenstern und mittlerer Rosette an Benrath; der daran sich früher anschließende Garten wurde abgetrennt wie auch der hintere Gartenbereich. Im Innern zeigt der für die damalige Zeit überaus reiche, aber konservative Bau die originale gleichartige Ausstattung, die sich ebenfalls an barocke Vorbilder anlehnt. Der Fußboden mit eingelegten Parkettarbeiten, Stuckdecken (darunter barockisierende Kölner Balkendekke), Wandvertafelungen und originale Türen bilden ein reiches, harmonisch abgestimmtes Dekor, das in dieser Geschlossenheit in Köln selten ist. Die Heizkörperverkleidungen, Einbauschränke, große Teile der auch an der Decke weiß plattierten Küche bis hin zu den originalen Lampen im Treppenhaus und oberer Halle blieben erhalten. Bemerkenswert auch die vollständig erhaltene Ausstattung des erdgeschossigen Mittelsalons mit axial angeordneten barockisierenden Spiegeln über Marmorkamin (Ovaler Grundriß). Auch die Originalausstattung des Schlafzimmers mit Einbauschränken und eingebautem Toilettentisch ist ein wichtiges Zeitdokument für das Weiterbestehen starker konservativer Stilrichtung auch in die Zeit der Wirtschaftsdepressionen (Deckenstuck). Städtebaulich ist die Villa ein unverzichtbares Element in der Villenbebauung Lindenthals, wie sie besonders hier am Stadtwaldgürtel - in der Nähe des vor der Jahrhundertwende angelegten Stadtwalds - anzutreffen sind. In der anspruchsvollen Stadtlage ist die Villa durch die Qualität ihrer Ausstattung und ihres Materials ein wichtiges Dokument spätakademischen Bauens der 20er Jahre dieses Jh., das unbedingt denkmalwürdig ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0