Wohnhaus

Hültzstraße 31 · Braunsfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7478
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Hültzstraße 31, 50933 Köln
Baujahr1956
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.04.1995
Stadtteil Braunsfeld

Erbaut 1956; Doppelhaushälfte; Architekt: Wilhelm Koep; 3 Geschosse, Staffelgeschoß, vorkragendes Flachdach (Eindeckung erneuert); Putzfassaden (ockerfarbener Originalanstrich); Horizontalgliederung durch Fensterbänder; rechter Hand sinuskurvenförmig ausschwingende Eckbalkone (Geländer original) in den Obergeschossen (schließen seitlich an das Treppenhaus an); zusätzlicher vorkragender Balkon im Staffelgeschoß; Fenster/Fenstertüren erneuert; seitliche Eingangsfront: links von der Vorderfront ausschwingende Eckbalkone (erneuerte rückwärtig geschlossene Fenstertüren); mittig vorgestufter, zweiachsiger Bauteil (voll verglast, originale Metallrahmen und Mattglas) mit originaler seitlicher Eingangstür (originaler Rahmen und Verglasung); rechter Hand später errichteter das Gebäude überragender Fahrstuhlschacht (nicht Bestandteil des Denkmals); Rückfront (im Verhältnis zu Nr. 29 leicht vorgestuft): 3 Achsen; rechts rund ausschwingende Balkone (Obergeschosse) und zusätzlicher vorkragender Balkon im Staffelgeschoß (originales Geländer); Fenster erneuert; Kellerabgang mit Geländer und Tür original. Innen original: Treppenhaus mit Terrazzobelag, Metallgeländer mit Messingverzierungen und Mipolam-Handlauf, Klingel- und Lichtschalter; Grundrisse weitgehend original (teilweise Umnutzung der Räume); Einbauschränke 2./3. OG. Bestandteil des Denkmals ist auch die Garage (rückwärtig originaler Zugang mit Metallgeländer), die seitliche Gartenmauer (mit Vorlagen) und die bewußt gestaltete vorder- und rückwärtige Gartenanlage mit natürlich geschwungenen Übergängen ohne scharfe Konturen.

Die Entwicklung zu einem Vorort Kölns hat Braunsfeld (so benannt nach dem Kölner Fuhrunternehmer Ferdinand Braun, der hier um 1852 die ersten Ziegeleien und Sandgruben anlegte) dem wachsenden Bedarf an Baumaterial zu verdanken. Bis kurz vor der Jahrhundertwende war die Braunsfelder Bebauung durch schlichte Arbeiterhäuser gekennzeichnet, die vorwiegend im Bereich der heutigen Braun-, Hermann-Pflaume- und ChristianGau-Straße, unweit der Hültzstraße, entstanden.

Dieses Bild ändert sich grundlegend mit der Anlage des Stadtwaldes 1895 - 98 durch Adolf Kowallek, der diese neue Parkanlage aus dem Anfang des 19. Jahrhundert angeglegten Gutspark der Kitschburg (Landsitz der Kölner Bankiersfamilie Schaafhausen und gleichzeitig eine der frühesten Villen Kölns) entwickelte. Nach der Jahrhundertwende entstehen im stadtwaldnahen Teil Braunsfelds ausschließlich Villen und großbürgerliche Mehrfamilienhäuser, die noch heute die Bebauung entlang der Hültzstraße prägen.

Die Hültzstraße war bereits in der Kowallekschen Planung als Verbindungsstraße in Form einer Allee zwischen Stadtwaldgürtel und Hültzplatz geplant.

Im 2. Weltkrieg wurde Braunsfeld, entlang der Einflugschneise der Bomber gelegen, stark zerstört. Die Bebauungsstruktur in Form villenartiger Mehrfamilienhäuser wurde jedoch auch in der Wiederaufbauphase beibehalten, wofür das o. g. Objekt ein herausragendes Beispiel ist.

Eine erste Planung des Jahres 1948 sah einen historisierenden, an der ursprünglichen Bebauung vor dem 1. Weltkrieg orientierten Wiederaufbau vor. In Anlehnung an einen 1955 von Walther Ruoff erstellten Entwurf (das Haus Nr. 29 wurde von Ruoff geplant und gebaut) errichtete Wilhelm Koep (geb. 1905) 1956 das o. g. Objekt. Er variiert dabei den Ruoffschen Entwurf, indem er die Fassade durch 3 weit ausschwingende Balkone im Eckbereich akzentuiert. Dieses Motiv wird an der Rückfront in kleinerem Maßstab wiederholt. Durch die sensible Anpassung an die Ruoffsche Planung gelingt es Koep den gesamten Baukörper als Einheit zu erhalten ohne dabei auf eine individuelle Gestaltung zu verzichten.

Wilhelm Koep (in Zusammenarbeit mit Rudolf Koep) ist einer der bekanntesten Architekten der Wiederaufbauphase in Köln, dessen bekannteste Bauten das sog. "Blaugoldhaus" am Domkloster (1952), das Firmengebäude Mühlens (4711) in Ehrenfeld (1950) und das Senatshotel (Unter Goldschmied) von 1959 sind.

Das o. g. Objekt gewinnt seine Qualität aus der konsequenten straffen Horizontalgliederung, der funktional begründbaren Baukörperstaffelung und dem Gleichgewicht von Ruhe und Dynamik, die durch die ausschwingenden Balkone gekennzeichnet ist.

Entstanden ist ein zeittypischer Bau von überzeugender baukünstlerischer Qualität, der als integraler Bestandteil einer variablen, in der Grundstruktur jedoch einheitlichen Bebauung ein unverzichtbares bauliches Dokument der Entwicklung Braunsfelds darstellt und unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0