Villa

Stadtwaldgürtel 58 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7991
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungVilla
Adresse Stadtwaldgürtel 58, 50931 Köln
Baujahrum 1924
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 29.10.1996
Stadtteil Lindenthal

Erbaut um 1924; zweigeschossige Villa mit abgeschlepptem Walmdach und Putzfassaden mit Werksteinrahmung.

Straßenfront: 3 Achsen (mittiger Eingang); Betonung der Mittelachse (leicht vorgestuft, Balkon mit originalem Metallgeländer im OG); Fenster-, Türlaibungen (mit ausgearbeiteten Keilsteinen) und Sohlbänke aus Werkstein; Fenster- und Eingangstür von schmalen hochrechteckigen Fenstern flankiert; Fenster (im EG mit Rolläden), Fenstertür und Eingangstür original.

Nördliche Seitenfront: ein Fenster im OG; seitlicher Zugang mit separatem Dach.

Südliche Seitenfront: originale Fenster mit Vergitterungen im OG; im EG- und Kellerbereich neue Gitter; ein ursprünglich nicht vorhandener seitlicher Zugang wurde nachträglich wieder geschlossen (Treppenaufgang mit Geländer noch vorhanden).

Rückfront: 5 Achsen; mittig halbrunder Standerker mit Balkon im EG; EG rechts verändert (großes Fenster); Kastenfenster im OG original.

Veränderungen: Dachstuhl wurde im Krieg gänzlich zerstört und bis 1951 (Gebrauchsabnahme am 30.1.51) in leicht veränderter Form wiedererrichtet (etwas geringere Firsthöhe); bereits 1945 wurde ein flaches Notdach aus Beton auf der unbeschädigte Massivdecke des Obergeschosses errichtet; 1957 (Pläne datieren auf den 13.9.57) Anbau einer seitlichen Garage; 1963 Anbau eines Blumenabstellraumes (Gartenseite rechts im Anschluß an den seitlichen Zugang).

Bestandteile des Denkmals sind auch der Vorgarten mit Einfriedung (im Bereich der Garageneinfahrt erneuert), die dreiseitige Gartenmauer (verputzt, mit Vorlagen und Krone) und der rückwärtige Garten. Nicht Bestandteile des Denkmals sind die Garage und der Blumenabstellraum.

Der schon 1888 eingemeindete Kölner Stadtteil Lindenthal hat seine Entwicklung zu einem geschlossenen Vorort ähnlich wie z.B. Sülz oder Ehrenfeld zwar dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert zu verdanken, geht in seinem Ursprung jedoch bis ins 12. Jahrhundert zurück.

Die eigentliche, neuzeitliche Entwicklung des Gebietes, das heute Lindenthal heißt (das einstige Dorf Lind lag zwischen dem Stadtwald und dem heutigen Krankenhaus Hohenlind) zu einem Kölner Vorort ist den Kölner Bürgern Fühling und Thelen zu verdanken, die in den 1840er Jahren an der Dürener Straße ein etwa 40 Morgen umfassendes Areal erwarben und durch Wege und Straßen zuerst für Schrebergärten und ab 1846 dann für Wohnhäuser - das erste Haus wurde in der Falkenburgstraße gebaut - erschlossen. Dank der günstigen Bodenpreise war schon von Anfang an eine starke Durchgrünung bestimmend, die zusammen mit der Tatsache, daß es hier kaum Industriebetriebe und Ziegeleien gab, dazu führte, daß sich in Lindenthal auch wohlhabende Kölner Bürger niederließen. So setzte in Lindenthal schon vor der Eingemeindung nach Köln eine Villenbebauung ein, die ihren ersten Höhepunkt kurz nach der Jahrhundertwende hatte. Eine weitere wichtige Bebauungsphase folgte dann in den 20er Jahren unseres Jahrhunderts und steht in direktem Zusammenhang mit umfangreichen städteplanerischen und -baulichen Aktivitäten.

Der Stadtwald - heute Inbegriff der Grünen Lunge Kölns - wurde 1895 nach einem Entwurf von Gartenbaudirektor Adolf Kowallek als erster Kölner Großpark angelegt. Der älteste Teil des Stadtwalds war der Park der alten Kitschburg, am Beginn des Stadtwaldgürtels/Ecke Dürener Straße gelegen. Bis 1898 wurde der Stadtwald angelegt und bis 1910 sukzessive erweitert und umgestaltet.

Unter Konrad Adenauer (1917-1933 Kölner Oberbürgermeister) schuf dann der berühmte Bremer Architekt und Stadtplaner Kurt Schumacher ein umfassendes System von Grünanlagen als Teil eines Generalbebauungsplanes, das weite Teile des Kölner Stadtraumes mit einem Inneren und Äußeren Grüngürtel umgibt. Möglich geworden war diese großflächige Durchgrünung aufgrund der Umnutzung der weiten Freiflächen der ehemaligen Rayons. Adenauer setzte für das keilförmige Gebiet zwischen Aachener und Dürener Straße, Innerer Kanalstraße und Stadtwaldgürtel die Villenklasse als Bauvorschrift durch. Diese grüne Schneise war für die Bebauung mit repräsentativen Villen geradezu prädestiniert. Als eines der typischen Beispiel dieser großzügig angelegten Bauten kann das o.g. Objekt gelten.

Fassadengestaltung, -gliederung, -material und die Dachform belegen in ihrer Ableitung vom französischen Stadtpalais des 17. und 18. Jahrhundert, den sogenannten "Hotels", bereits den außerordentlich hohen repräsentativen Anspruch der Erstbewohnerschaft. Der gesamte Bau ist durch eine vertikale Werksteingliederung und eine Betonung der mittleren Gebäudeachse (straßenseitig der über eine Freitreppe zugängliche Eingang, gartenseitig ein halbrunder Vorbau mit Balkon) einheitlich rhythmisiert. Diese, den Bau in seiner Grundhaltung charakterisierenden Merkmale sind erhalten und am Gebäude ablesbar geblieben, weshalb das o.g. Objekt als integraler Bestandteil der Villenbebauung in Lindenthal ein unverzichtbares bauliches Dokument darstellt und unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0