Wohnhaus
Gellertstraße 25 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2546 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Gellertstraße 25, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.07.1984 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jh. zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Gellertstraße liegt nahe dem Zentrum des Ensemblebereichs von Nippes und besitzt gerade im westlichen Teil sehr schöne bürgerliche Mietstockwerkgebäude.
Das mit einem turmartig vorspringenden Eckrisalit versehene Mietstockwerkgebäude aus der Zeit um 1900 verdankt diesen grundrißlichen Zuschnitt seiner Lage am Ende des Teils der Gellertstraße, der durch Vorgärten sich deutlich gegenüber dem östlichen Abschnitt abheben soll. Demzufolge ist der Anspruch des meist mit stilvollen Stuckfassaden geschmückten Straßenteils höher, was auch der größtenteils noch vorhandene innere Ausbau dokumentiert. Das o. g. dreieinhalbgeschossige Gebäude - unter dem Hochparterre liegt ein ehemals wohl gewerblich genutztes Souterrain - besaß ehemals in den beiden OGs axial vorspringende Balkons, die zweifellos in der dreiachsigen Stuckfassade ein wesentliches architektonisches Element darstellten. Die knappe, leicht historisierende Stuckierung ist - bei geänderter Eingangstür und erneuerten Fenstern - ein charaktervoller Rest des originalen Fassadenentwurfs, der immerhin noch das einwärts geschwungene, französischen Vorbildern entnommene Turmdach über der linken vorspringenden Achse aufweist (hier originale Toreinfahrt). Im Innern empfängt im Eingang eine weiße Marmortreppe den Besucher, über der sich die Stuckdecke mit Rosette erhalten hat. Durch den original stuckierten Stützbogen wird über buntem Fliesenbelag eine Betontreppe mit Eisengeländer erschlossen, die in den Wohnungen mit größtenteils originalen Wohnungs- und Zimmertüren führt. Die Stuckdecken blieben überwiegend erhalten. Die Qualität des historischen Ausbaus dokumentiert den Anspruch mit originaler Mauereinfriedung und Hinterhaus. In Hofmitte gußeiserne Säulen. Die Gellertstraße ist im westlichen Teil ein Dokument gründerzeitlichen Städtebaus, der sich vor allem im fast monumentalen Verspringen der Eckgebäude sowie der konstanten Verwendung von Erkern oder Schmuckbalkons zeigt. Im Ensemblebereich von Nippes besitzen die Straßen i. d. R. eine sehr spezifische Ausprägung. Die Gellertstraße hat im westlichen Bereich deutlich die Maßstäblichkeit bürgerlichen Wohnens bewahren können, wozu das o. g. Gebäude durch seine exponierte Lage in erheblichem Maße beiträgt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0