Wohn- u. Geschäftshaus
Leyendeckerstraße 91 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2567 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Leyendeckerstraße 91, 50825 Köln |
| Baujahr | 1903 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.07.1984 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Ehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Ehrenfeld entstand 1845 durch eine spekulative Initiative von Köln aus als erster linksrheinischer Vorort (unter Mitwirkung von Stadtbaumeister Wever), da innerhalb der Mauerumwallung Kölns die Bauplätze knapp wurden. Durch industrielle Ansiedlungen gewann der Ort schnell an Bedeutung und besaß kurzzeitig bis zur Eingliederung nach Köln (Ende des 19. Jh.) die Stadtrechte. Das Haus ist ein geschicchtliches Dokument städtischer Erstbebauung nach der Eingemeindung Ehrenfelds. Die nördliche Leyendecker Straße wird in ihrer Wohnbebauung stark von der umliegenden Kleinindustrie bestimmt.
Das 1903 inschriftlich datierte Wohn- und Geschäftshaus besitzt eine Stuckfassade mit flacher, in einem gotisierenden Jugendstil gehaltener Ornamentik. Die Ansicht hebt sich gegen die i. d. R. vierachsige Nachbarbebauung nicht nur durch seine sechs Achsen ab, sondern auch durch den axialen Schmuckgiebel im DG, der zwischen zwei flankierenden originalen Dachgauben steht. Das EG wird von einem Laden in der Mittelachse, der Toreinfahrt und der (erneuerten) Haustür bestimmt. Rückwärtige Fassade in Backstein. Im Innern blieben im Eingang der Terrazzoboden sowie die Terrazzotreppe mit Eisengländer erhalten. Das Innere des Gebäudes sowie das gut erhaltene Hinterhaus (mit Fliesenbelag im Treppenhaus) wurde erneuert. Gewerblich genutzter Innenhof. Die gründerzeitlichen Bauten Leyendecker Straße 91 bis 115 sind typische Beispiele einer stärker kapitalistisch ausgerichteten Mietbebauung in diesem industriell geprägten Stadtteil. Die Kombination von Gewerbe- und Mietwohnungsbau war für die weniger anspruchsvolle, meist vom Lande einwandernde Arbeiterbevölkerung gedacht. Mit seiner sehr individuellen und ausgeprägten Fassade ist das Gebäude ein soziologisch wertvolles und unverzichtbares Dokument der historischen Erstbebauung Ehrenfelds.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0