Wohnhaus
Schwerinstraße 4 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2584 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Schwerinstraße 4, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.07.1984 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jh. zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Schwerinstraße liegt im gehobenen Wohnbereich der nach der Jahrhundertwende erschlossenen Straßenbereiche um den Blücherplatz. Sie gehört mit zum Ensemblebereich von Nippes.
Das dreiachsige Jugendstilhaus aus der Zeit um 1905 zeigt mit der dreigeschossigen Fassade die klassischen Elemente des gehobenen bürgerlichen Bauens: axialer Mittelerker in den beiden OGs mit darüberliegendem, leicht geschweiftem Schmuckgiebel, der mit reicher Jugendstilstuckatur bedeckt ist. Reiche Stuckierung verziert auch den in einem Balkon endenden Erker sowie die beiden gleichartigne Seitenachsen, wobei Architekturformen zu dekorativer Ornamentik verwoben wurden. Der Vorgarten mit originaler Einfriedung zeigt noch die originale Aufteilung mit Wegeführung aus Kantsteinen. Die Fenster und Haustür wurden beide erneuert. Rückwärtige Fassade in Backstein. Auch im Eingang dokumentieren sich Reichtum und Dekorationswille der Epoche mit Marmorverkleidung an den Wänden, dekorativen Terrazzoboden mit Mosaik, Wand- und Deckenstuck (Blumenfries und Querbänder) und Stützbogen (gewölbte Decke). Die Terrazzotreppe mit Holzgeländer führt in die Wohngeschosse mit erneuerten Wohnungstüren, jedoch originalen Zimmertüren (teilweise Stuckdecken). Das Gebäude ist unverzichtbarer Teil des fast noch vollständig original erhaltenen Ensembles der Schwerinstraße, die auf die Pfarrkirche zuführend, ihren historischen Charakter als anspruchsvolle Wohnstraße des Jugendstils fast vollständig bewahrt hat.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0