Wohnhaus
Siebenrabengasse 7 · Holweide
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2586 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siebenrabengasse 7, 51067 Köln |
| Baujahr | 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.07.1984 |
| Stadtteil | Holweide |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung -, der in den 20er Jahren d. Jh. nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphan gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfes Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.
Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den 20er Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung. Das Haus Siebenrabengasse Nr. 7 ist ein zweigeschossiger Teil einer Hausfront gleichartigen Baueinheiten Nr. 1 bis Nr. 15. Es zeigt eine symmetrische dreiachsige Fassade mit Eingang in der Mitte. Über dem Eingang liegt im 1. OG ein rundes/sechseckiges Treppenhausfenster. Die glatte dekorlose Fassade ist durch vier gleiche rechteckige Fenster mit leicht abgeschrägten Laibungen geöffnet. Ein niedrig wirkendes, leicht vorkragendes Satteldach schließt das Gebäude nach oben ab. Die Rückfassade zeigt eine eingeschossige, zweiachige Fassade mit herunterreichendem Dach, das durch zwei Dachgauben geöffnet ist. Im Hausinnern findet man eine originale Holztreppe, die zu den oberen Räumen führt, und einen Kachelofen, der ursprünglich die Beheizung des ganzen Hauses durch ein Heißluftsystem besorgte.
Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem ländlich-romantischem Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einem "Dorfplatz" und malerischen Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus. Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den 20er Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Idee einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustypus, ist der Erhalt des o. g. Objektes einschließlich der Einfriedung unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0