Wohnhaus

Siebenrabengasse 5 · Holweide

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8720
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Siebenrabengasse 5, 51067 Köln
Baujahr1920
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.03.2008
Stadtteil Holweide

Erbaut um 1920 im Heimatschutzstil, Architekt Wilhelm Riphahn, ein- bzw. zweigeschossig, Satteldach in Kombination mit Walmdach, traufständig, in halboffener Bauweise (Reiheneckhaus), Einfriedungsmauer mit niedrigem Geländer.

Straßenfassade: drei Achsen, im Straßenverlauf von links nach rechts nach innen abgetreppt; dekorlose Putzfassade; im EG in der linken und in der rechten Achse je ein annähernd quadratisches zweiflügeliges Sprossenfenster mit je zwei Horizontalsprossen (erneuert, dem Original angeglichen), leicht abgeschrägte Laibungen; in der mittleren Achse oberhalb von drei abgerundeten Blockstufen der Hauseingang mit hölzerner Tür mit schmalen Zierleisten, die innerhalb eines längsrechteckigen Zierrahmens fünf spitze Winkel bilden (erneuert, dem Original angeglichen), oberhalb des geraden Türsturzes ein stark gedrückter Spitzbogen, darin von zwei schmalen Vertikalsprossen unterteiltes gläsernes Oberlicht; auf der obersten Blockstufe links ein kleiner, runder Fußabstreifer; im schmalen Mauervorsprung zur linken Achse (auf der Westseite) ein kleines, schmales hochrechteckiges Fenster mit zwei Horizontalsprossen (original); im OG in der linken Achse im leicht vorkragenden Satteldach oberhalb des EG-Fensters eine verschieferte Dachgaube (neu), in der mittleren Achse oberhalb des Eingangs ein kleines Dachflächenfenster (neu); in der rechten Achse oberhalb des EG-Fensters ein querrechteckiges zweiflügeliges Fenster mit je zwei Horizontalsprossen, leicht abgeschrägte Laibung; im DG in der rechten Achse ein leicht vorkragendes Walmdach, auf dessen Westseite ein kleines Dachflächenfenster (neu); vor der linken Achse eine niedrige, verputzte Einfriedung aus Beton mit einläufigem Stahlstab auf konisch geformten Stützen.

Im Inneren original erhalten: einläufige hölzerne Treppe mit Viertelwandlung, mit hölzernem Antrittspfosten, hölzernem Geländer und Handlauf; Kachelofen im straßenseitigen Raum in der rechten Achse mit Beschickung aus der Diele, der ursprünglich das ganze Haus durch Warmluftschächte beheizte (original).

Nicht zum Denkmal gehörig ist die rückwärtige Fassade, die aufgrund eines Anbaues (in der mittleren Achse) und weiterer Veränderungen (in der linken Achse) starke Veränderungen erfahren hat, sowie das Innere des Gebäudes mit Ausnahme des Treppenhauses und des o. g. Kachelofens.

Das Haus Siebenrabengasse 5 ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln, da es ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes – der Märchensiedlung – ist, der in den 1920er Jahren nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. Wilhelm Riphahn gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozess des einstigen Dorfes Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.

Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem ländlich-romantischem Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese „Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einem „Dorfplatz" und malerischen Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus. Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den 20er Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Idee einer heimatlich-romantischen „Idealstadt" verpflichtet ist.

Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den 20er Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung. Das Haus Siebenrabengasse Nr. 5 ist Teil einer ursprünglich vollständig symmetrisch angeordneten Hauszeile, deren Mittelachse städtebaulich auf den gegenüberliegenden Schneewittchenweg ausgerichtet ist.

Als ein Vertreter eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vorhandenen Haustypus, aber auch als städtebauliches und historisches Dokument der Ortsgeschichte Holweides ist das o. g. Gebäude Siebenrabengasse 5 unverzichtbar. Es ist deshalb unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0