Wohnhaus
Schneewittchenweg 2 · Holweide
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2732 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Schneewittchenweg 2, 51067 Köln |
| Baujahr | 1920er Jahre |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.10.1984 |
| Stadtteil | Holweide |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung -, der in den 20er Jahren d. Jh. nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphahn gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln schäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfs Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.
Das o. g. Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustypus, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den 20er Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung. Das zweigeschossige Haus Schneewittchenweg Nr. 2 bildet den Abschluß einer Hauszeile gleichartiger Baueinheiten (Nr. 2 bis Nr. 18). Es zeigt eine symmetrische dreiachsige Fassade mit einem Rundbogeneingang in der Mitte. Links und rechts davon ragt je ein turmartiger Risalit hinauf, dessen Walmdach das höhere Satteldach des Hauptbaukörpers kreuzt. Die Rückfassade wiederholt weitgehend die Gestaltung der Hauptfassade, zeigt jedoch im OG einen Balkkn in der Mitte und im EG einen Eingang links. Eine Holztreppe, Zimmertüren, Kachelofen, Sprossenfenster und schwere Eichenholzhaustür dokumentieren die ursprüngliche ästhetische und funktionale Einheit des Hauses. Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem ländlich-romantischem Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus. Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den 20er Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Idee einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustypus, ist der Erhalt des o. g. Objekts einschließlich der Einfriedung unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0