Hofanlage Bürgershof
Volkhovener Weg 214 · Volkhoven/Weiler
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2596 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Hofanlage Bürgershof |
| Adresse | Volkhovener Weg 214, 50765 Köln |
| Baujahr | um 1850 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.07.1984 |
| Stadtteil | Volkhoven/Weiler |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Volkhoven-Weiler, weil es die Geschichte dieses Orts dokumentiert und ein wichtiger Teil der historischen Bausubstanz ist. Volkhoven, das bereits 1888 in Köln eingemeindet wurde, wurde 1975 mit Weiler zu einem Stadtteil vereinigt. Während das Ortsbild von Volkhoven noch heute durch eine Anzahl großer Höfe bestimmt wird, ist das nördlich gelegene Weiler vor allem wegen seiner Kirchenbauten Alt und St. Cosmas und Damian hervorzuheben, von denen der erste leider derzeit ungenutzt ist. Weiler ist von den Auswirkungen des östlich gelegenen Ortsteils Chorweiler nicht gänzlich verschont geblieben, so daß die verbliebene Substanz des ehemaligen Dorfes eines besonderen Schutzes bedarf.
Das fünfachsige alte Herrenhaus des Bürgerhofs ist mit dem anschließenden alten Torbogen der Restbestand einer alten Hofanlage, dessen im späten 19. Jh. erbautes neues Herrenhaus auf dem Nachbargrundstück als Einzelbau sich ebenfalls erhalten hat. Eine noch in den sechziger Jahren bestehende Scheune wurde abgebrochen, das alte Herrenhaus wurde vor dem gleichen Schicksal nur durch den entschiedenen Einsatz seiner jetzigen Besitzer (1984) bewahrt. Das um 1850 errichtete Gebäude zeigt mit einer historischen, leider nicht dem Originalbestand des Gebäudes zugehörigen Empire-Eichentür in der Mittelachse die ausgewogenen Proportionen des ausgehenden Klassizismus. Die beiden Kamine an den Giebeln des Backsteinbaus entsprechen diesem Zeitstil wie die original wieder restaurierten Holzfenster mit Sprossenaufteilung und Klappläden. Die Solbank der Fenster ist aus Granit wie auch die Einrahmung der rechteckigen Haustüröffnung. Das einfache Satteldach unterstreicht die schlichte Form des streng gegliederten Gebäudes, dessen rückwärtige Fassade die Vorderansicht wiederholt. Im Innern sind die Kölner Decken bemerkenswert, die im EG die ca. 2,60 m hohen Räume abdecken. Die Holztreppe mit Holzgeländer ist nicht original, fügt sich aber in die detailgetreue Restaurierung des Gebäudes ein. Von besonderem Wert sind einige aus der Erbauungszeit stammende Türen und Schloßkästen und Türangeln, die im Kölner Raum nur noch sehr selten anzutreffen sind. Städtebaulich ist das Gebäude in seiner Randlage zum Ort Weiler besonders schützenswert, da bis hierhin die Zersiedelung des Orts und die großstädtische Bebauungsgeschichte Chorweilers noch nicht vorgedrungen ist. Der gegenüberliegende Kriegerhof und das neuere Herrenhaus des Bürgerhofs mit seinem zum Wohnhaus umgebauten ehemaligen Pferdestall sind ein Ensemble, das auch aus landschaftlichen Gründen im heutigen Zustand bewahrt werden soll. Das alte Herrenhaus des im Zuge der Besiedelung des Kölner Nordens aufgelassenen Bürgerhofs ist unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0