Neuhalfenshof

Damiansweg 18 · Volkhoven/Weiler

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2675
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungNeuhalfenshof
Adresse Damiansweg 18, 50765 Köln
Baujahr1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.10.1984
Stadtteil Volkhoven/Weiler

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Volkhoven-Weiler, weil es die Geschichte dieses Orts dokumentiert und ein wichtiger Teil der historischen Bausubstanz ist. Volkhoven, das bereits 1888 in Köln eingemeindet wurde, wurde 1975 mit Weiler zu einem Stadtteil vereinigt. Während das Ortsbild von Volkhoven noch heute durch eine Anzahl großer Höfe bestimmt wird, ist das nördlich gelegene Weiler vor allem wegen seiner Kirchenbauten Alt und Neu St. Cosmas und Damian hervorzuheben, von denen die erste leider derzeit ungenutzt ist. Weiler ist von den Auswirkungen des östlich gelegenen Ortsteils Chorweiler nicht gänzlich verschont geblieben, so daß die verbliebene Substanz des ehemaligen Dorfs eines beonderen Schutzes bedarf.

Der erst 1895 lt. inschriftlicher Datierung errichtete Hof ist zwar noch eine geschlossene Hofanlage, zeigt aber in Konstruktion und Aufteilung des Herrenhauses schon deutlich die Einführung der industriellen und dekorativen Entwicklung des 19. Jh. Das vierachsige, zweigeschossige Herrenhaus ist reich mit ornamental vermauerten und farbigen Ziegeln dekoriert. Hinter den, aus kräftigen Pfeilern mit zwischengehängter Stahltür bestehenden Einfahrt wird zur Rechten das Herrenhaus von der Giebelseite her erschlossen. Grundrißlich ergibt sich daraus ein längsgerichteter, innerer Verteilerflur mit Fliesenbelag, der alle Räume erschließt sowie das (hofwärts in einer Mittelachse gelegene) Holztreppenhaus mit Holzgeländer. Alle Fenster wurden erneuert sowie auch weite Teile des Gebäudeinnern, wie z. B. Türen und Decken. Der niedrigere, dreiachsige Personalanbau weist noch die originalen Holzfenster auf; diese besitzen senkrechte Vergitterungen im EG. Die reich verzierte, historisierende Eingangstür ist original. Bemerkenswert ist auch das Stahltor im Eingang. An den Personalbau fügt sich ein eingeschossiges, mit ähnlich weit auskragendem Dach versehenes Wohngebäude an. Die erheblich städtischen bzw. industriellen Einflüsse folgende Planung ist auch aus der grundrißlichen Gesamtanlage erkennbar. Die Gebäude bilden kein geschlossenes Hofgeviert, sondern sind überwiegend als Einzelbauten zu einer Hofgruppe zusammengefügt. Sehr aufschlußreich ist die neben dem Eingang leigende ehemalige Maschinenwerkstatt, wo technisches Gerät repariert werden konnte. Die anschließenden Ställe sind zwar noch in Ziegelsteinmauern ausgeführt, die tragenden Elemente sind jedoch mit Eisensäulen und Eisenträgern an den gründerzeitlichern Industriebau angeglichen (Betondecke). Der Boden ist betoniert. Gegenüber, am Personalbau anschließend, ist noch die verflieste Futterküche erkennbar, die auch hier den neuen Erfordernissen in der Landwirtschaft um die Jahrhundertwende Rechnung trägt. Die dem Herrenhaus gegenüberliegende, weiträumige Scheune besitzt ein nach statischen Erfordernissen berechnetes Holzbalkenwerk und Steinfußboden. Der Neuhalfenshof ist offensichtlich Ende des 19. Jh. vollständig erneuert worden, wobei von der Altsubstanz nichts übrigblieb. In den um 1800 angefertigten Kartenwerken ist der Hof - in Nachbarschaft zum Kartäuser- und zum Kriegerhof - enthalten. Diese Höfe bildeten den eigentlichen Kern Volkhovens, der nun doch durch stärkere Wohnbebauung seinen Dorfcharakter erheblich einbüßte. Als Dokumente der historischen Landbesiedlung, die zumindest noch im Osten und Süden ihr historisches Umland behalten konnte, und als Dokument moderneren landwirtschaftlichen Bauens, ist der Neuhalfenshof unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0