Wohnhaus

Xantener Straße 13 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2599
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Xantener Straße 13, 50733 Köln
Baujahrum 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.07.1984
Stadtteil Nippes

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jh. zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Xantener Straße ist eine von Riehl nach Nippes laufende Querverbindung zwischen südlich gelegenen Fabrikanlagen und dem im Norden liegenden Nordpark.

Die Häuser Xantener Straße 9 - 17 stammen etwa aus der Zeit um 1912 und sind als typische Beispiele von Mietstockwerkbauten des späten Historismus für einfache Ansprüche anzusehen. Das Haus Nr. 13 ist spiegelgleich mit Haus Nr. 11 und ist ein dreigeschossiges Gebäude mit drei Achsen. Die Fenster sind original; die Haustür wurde erneuert. Die Häuser sind i. d. R. verputzt; die Stuckornamentik beschränkt sich bei Haus Nr. 13 auf ein Kinderrelief über der Eingangstür, dessen Gegenstück das Haus Nr. 11 ziert. Über dem Eingang zeigt das Gebäude einen einachsigen Scheinerker, die beiden linken Achsen werden durch einen Giebel mit Schopfwalmdach überhöht. Das Haus Nr. 15 besitzt eine axiale Gliederung mit einem quer durchlaufenden, schmalen Pultdach aus Biberschwänzen; Haus Nr. 17 ist in klassizistischer Strenge proportioniert. Die Stilrichtungen der Fassaden werden jedoch nur angedeutet und nicht weiter im Detail ausgeführt, sind jedoch Dokumente architektonischer Vielfalt auch bei einfacheren Wohnbauten. Das Haus Nr. 13 ist im Innern weitgehend dem Jugendstil zuzuschreiben, dessen Ausbauformen sich vor allem im Eingang original erhalten haben. Hierzu gehört der Fliesenboden mit Terrazzotreppe und Holzgeländer, die Wände sind bis Brüstungshöhe ebenfalls gefliest und weisen darüber sparsame Stuckverzierung mit Querbändern an der Decke und floralem Fries auf. Auch die Wohnungstüren und Zimmertüren blieben in zeittypischer Form erhalten, wie die rückwärtige Fassade in Ziegelstein mit schmuckem Hinterhaus. An der Xantener Straße in Nippes liegen z. T. recht bedeutende Industrieansiedlungen, die hier im Kölner Norden sich seit der Jahrhundertwende niederließen. Gegenüber der Zeile 9 - 17 liegt die Kabelfabrik Kluth, es bot sich an, den Arbeitern in unmittelbarer Nähe Wohnraum anzubieten. Historisch dokumentieren die o. g. Häuser die soziale Weiterentwicklung des Wohnungsbaus für einfache Ansprüche. Die Fassaden sind verputzt, teilweise wurden Erker (Haus Nr. 9) als Zeichen architektonischen Anspruchs vorgebaut. Die bauliche Aufwertung wurde auch nach dem Ersten Weltkrieg mit anspruchsvolleren Wohnbauten (Haus Nr. 7), vor allem jedoch an der Ecke Xantener Straße/Kalkarer Straße mit Art-deco-Fassaden fortgesetzt. Vor allem dokumentiert jedoch der Innenausbau die Weiterentwicklung des Wohnens, die zunehmend den Akzent von der Fassade auf das Innere der Gebäude verschob. Das Haus Nr. 13 ist wegen seiner guten Qualität und relativ vollständigen Gesamtsubstanz ein unverzichtbares Beispiel dieser Entwicklung und wird deshalb unter Denkmalschutz gestellt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0