Wohn- u. Geschäftshaus

Berrenrather Straße 359 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2623
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Berrenrather Straße 359, 50937 Köln
Baujahrum 1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.10.1984
Stadtteil Sülz

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Sülz, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses Stadtteils außerhalb der Neustadt bzw. der späteren preußischen Umwallung von 1890 dokumentiert. Die Herrlichkeit Sülz war bis in die Mitte des 19. Jh. eine kleine Ansammlung von Höfen und ländlichen Wohnbauten, die erst mit der Entwicklung von Ehrenfeld und Lindenthal in das Interesse Kölner Bürger nach der Suche nach neuem Lebens- und Wohnraum geriet. Sehr schnell wuchsen Sülz und Lindenthal zu einem zusammenhängenden Stadtraum heran, der 1887 in die Stadt Köln eingemeindet wudre. Das Gebiet um die Berrenrather Straße ist von Kriegseinwirkung in seinem eigentümlichen Charakter weitgehend erhalten geblieben.

Das drei- bis viergeschossige Wohn- und Geschäftshaus aus der Zeit um 1912 besitzt drei Achsen, wobei der Mittelerker mit drei gekuppelten schmalen Rechteckfenstern als eine Achse gerechnet wird. das Gebäude weist den für diese Zeit typischen leicht abgeknickten zweigeschossigen Giebel auf, der das dritte OG und das DG über den beiden rechten Achsen umfaßt. Dadurch wird nahezu ein giebelständiger Gesamteindruck erzielt. Das über dem 2. OG in der linken Achse noch sichtbare Mansarddach öffnet sich in einer hohen Dachgaube. Die verputzte Fassade besitzt im EG ein in der linken Achse stehendes originales Rechteckfenster, in der Mitte Schaufenster mit Ladentür und rechts den Hauseingang mit quadratisch darübergesetztem kleinen Oberlicht. Darüber ist im 1. und 2. OG die Fassade symmetrisch gegliedert. Die Seitenachsen sind senkrecht über eine gewölbt stuckierte Brüstung und ein umlaufendes gewelltes Band zusammengefaßt, wobei das obere Fenster die Achse mit einem Rundbogen abschließt. Die horizontale Strukturierung erfolgt durch die profilierten Fenstergesimse, die auch in den durchlaufenden Gesimsen des Mittelerkers aufgenommen werden. Hier wird durch die hochrechteckigen Fenster (die als Dreiergruppe gekoppelt sind) und eine senkrechte Kassettierung der schmnalen Zwischenpfeiler die Vertikalität stark betont. Die Mittelachse endet im DG in einem mittig und einem mit Eisengitter aufgelösten Balkon. Die dahinterliegende Giebelfassade nimmt im 3. OG die Erkerachse mit einer Doppelöffnung noch einmal auf, setzt aber auch die rechte Fensterachse in einem rechteckigen Fenster fort. Mittig darüber das quadratische Dachfenster. Der sehr schöne Hauseingang zeigt die zeittypischen Dekorationsmerkmale: (teilweise originale) Bodenfliesen, Wandfliesen mit Ornamentstreifen, über Wand und Decke laufende flache Gurtbänder, unter den gerundeten Ecken horizontale stuckierte Festons. Die Terrazzotreppe mit Holzgeländer und (in der linken Gebäudehälfte) Wohnungs- und Zimmertüren sind original erhalten. Die Backsteinfassade mit Hinterhaus schaut auf einen bemerkenswerten Garten mit drei alten Bäumen. Das städtebauliche Umfeld dieser sehr differenzierten Fassade wird durch den weitgehend noch intakt gebliebenen Straßenraum einer Wohn- und Geschäftsstaße aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg bestimmt. Das Gebäude ist innerhalb dieser geschlossenen Häuserzeile ein unverzichtbares Dokument damaliger bürgerlicher Wohnkultur.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0