Wohnhaus

Eythstraße 87 · Kalk

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2636
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Eythstraße 87, 51103 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.10.1984
Stadtteil Kalk

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Kalk, da es den sprunghaften Ausbau dieses industriellen Vororts nach der Jahrhundertwende dokumentiert. Nach der Ansiedlung von großen Industriebetrieben außerhalb der Rayongrenze in der Mitte des 19. Jh. (1856 die Maschinenfabrik von Sievers & Co., 1858 die Chemische Fabrik von Grüneberg & Vorster, 1859 die Bierbrauerei Sünner, 1872 die Kalker Werkzeugmaschinenfabrik Breuer, Schumacher & Co.) entwickelte sich Kalk zu einer selbständigen Stadt (1877). Dieser wirtschaftliche Aufschwung führte zu einer immer intensiveren Bebauung des bisher freien Geländes in der Nähe der Industrieanlagen und entlang der Kalker Hauptstraße vor allem mit Wohnhäusern für Arbeiter und Angestellte der umliegenden Industrie. Nach der Jahrhundertwende entwickelte sich im Nordosten Kalks ein gehobenes Wohnviertel mit bisher in Kalk unüblichen Gestaltungsweisen. Die zentrale, mit Bäumen bepflanzte Eythstraße zieren plastisch geformte Fassaden mit Erkern und Balkonen.

Das dreigeschossige Wohnhaus mit einem Giebelgeschoß Eythstraße 87 wurde um 1905 errichtet. Es zeigt eine vierachsige Fassade mit Stuckgliederung mit gotisierenden Dekorformen. Ein hoher Frontgiebel und ein vorgeschobener Erkergiebel - beide im Fachwerk mit Schnitzereien - verleihen der Fassade einen heimatlich-romantischen Charakter. Stilechte Fenster, originale Haustür (mit schmiedeeisernen Bändern, Türklopfer und Schnitzereien) sowie zwei originale Dachhäuschen mit Holzzierwerk vervollständigen die ästhetische Einheit der Fassadengestaltung. Im Hausinnern ist erhaltungswürdig: Fußbodenfliesen, Wandstuck und vier Marmorstufen im Hausflur; eine Holztreppe mit Holzgeländer im Treppenhaus; originale Fußboden- und Wandfiesen in der Küche sowie ein schöner Kachelofen im Wohnzimmer im EG; originale Zimmertüren und Deckenstuck in den Wohnräumen sowie die weitgehend originale Grundrißstruktur der Wohnungen. Mit den Bauten Eythstraße 21, 23, 25, 27, 57, 61, 85 und 24 bildet das o. g. Objekt ein städtebauliches Ensemble gleichaltriger Häuser (um 1905 errichtet, die das Erscheinungsbild dieses für Kalk ungewöhnlich gehobenen Wohnbereichs vom Anfang dieses Jahrhunderts dokumentieren.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0