Siedlung "Märchensiedlung"
Schneewittchenweg 10 · Holweide
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2655 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Märchensiedlung" |
| Adresse | Schneewittchenweg 10, 51067 Köln |
| Baujahr | 1920er Jahre |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.10.1984 |
| Stadtteil | Holweide |
Das Haus Schneewittchenweg 10 ist ein zweigeschossiger Teil gleichartiger Baueinheiten (Nr. 2 bis Nr. 18). Es zeigt eine symmetrische dreiachsige Fassade mit einem vorspringendem Eingang in der Mitte.
Die glatte dekorlose Putzfassade ist durch vier gleiche rechteckige Fenster mit leicht abgeschrägten Laibungen geöffnet. Ein niedrig wirkendes, leicht hervorkragendes Satteldach schließt das Gebäude nach oben ab. Die im original 1-geschossige Rückseite ist zu einer 2-geschossigen Fassade mit 1-geschossigen Anbauten verändert worden.
Im Hausinnern findet man eine originale Holztreppe, die zu den oberen Räumen führt.
Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten.
Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem ländlich romantischem Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und großen rückwärtigen Zier- und Nutzgärten aus. Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den 20er Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Idee einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustypus, ist der Erhalt des o. g. Objekts einschließlich der Vorgartenfläche unverzichtbar.
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung -, der in den 1920er Jahren nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. Wilhelm Riphahn gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozess des einstigen Dorfs Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.
Das o. g. Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustypus, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist.
Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den 20er Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0