Siedlung "Märchensiedlung"

Schneewittchenweg 12 · Holweide

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2656
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Märchensiedlung"
Adresse Schneewittchenweg 12, 51067 Köln
Baujahr1920er Jahre
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.10.1984
Stadtteil Holweide

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung -, der in den 20er Jahren d. Jh. nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphahn gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln schäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfs Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.

Das o. g. Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustypus, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den 20er Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung. Das Haus Schneewittchenweg Nr. 12 ist ein ein- bzw. zweigeschossiges, dreiteilig gegliedertes Gebäude, das seinerseits einen Bestandteil einer geschlossenen Hauszeile gleichartiger Baueinheiten (Nr. 2 bis Nr. 18) bildet. Die dekorlose Putzfassade zeigt in drei Achsen eine differenzierte Gliederung, die insbesondere in der Dachzone eine prägende Wirkung aufweist. Das EG ragt in der ersten Achse in ein turmartiges OG hinauf, das mit einem vor einem hohen Satteldach liegenden niedrigen Zeltdach bedeckt ist. Die drei Fenster (zwei im EG, eins im DG) zeigen abgeschrägte Laibungen; in der dritten Achse liegt ein zurückversetzter Eingangsanbau mit niedrig herunterreichendem Satteldach, der das Anbindungsglied zum Nachbarhaus bildet. Neben einem rechteckigen Eingang liegen zwei kleine rechteckige Fensterchen. Eine Holztreppe im Hausinnern dokumentiert die ursprüngliche ästhetische und funktionale Einheit des Hauses. Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem ländlich-romantischem Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus. Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den 20er Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Idee einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustypus, ist der Erhalt des o. g. Objekts einschließlich der Einfriedung unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0