Wohnhaus

Gottesweg 167 · Klettenberg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2684
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Gottesweg 167, 50939 Köln
Baujahrum 1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.10.1984
Stadtteil Klettenberg

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert. Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende in Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerksbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Der Gottesweg ist Teil einer südlichen Verbindung zwischen Sülz und Raderthal.

Das Wohnhaus aus der Zeit um 1904 verzichtet mit seiner Putzfassade auf aufwendigere Architekturelemente wie Erker und Gesamtstuckierung. Nur das EG und die Brüstungen der OGs weisen eine sparsame Stuckgliederung auf. Allerdings schmückt im DG ein sich etwa über zwei Achsen erhebender geschwungener Schmuckgiebel das Gebäude, womit es sich in die historische Bebauung des Gotteswegs einordnet. Die Fenster sind nur noch zu geringen Teilen original, die Haustür wurde erneuert. Im Eingang, der als Durchfahrt konzipiert wurde, befinden sich der originale Terrazzobelag und (teilweise) die Wandverzierung in Stuck; während seitlich eine Terrazzotreppe mit Eisengeländer in die Wohngeschosse führt. Das langgezogene Grundstück weist im rückwärtigen Teil ein gut erhaltenes einzelnes Wohngebäude in Putz und Fachwerkkonstruktion auf, das wahrscheinlich zu den sich noch daran anschließenden Werkhallen gehörte. (Dieses Haus besitzt die originale Eingangstür und originale Fenster, Holztreppe mit Holzgeländer sowie historische Wohnungs- und Zimmertüren). Im vorderen Wohnhaus (mit rückwärtiger Ziegelfassade) führt die Terrazzotreppe mit Eisengeländer in die weitgehend historisch erhaltenen Wohngeschosse, deren aufwendige, zwischen Historismus und Jugendstil einzuordnende, Hauseingänge der Gesamtkonzeption des Hauses entsprechen (originale Zimmertüren, teilweise Stuckdecken). Nicht nur aus wissenschaftlichen Gründen ist dieser Fabrikanlagen und Wohngebäude umfassende Komplex bedeutend, der sich hier in das Mischgebiet für bürgerliches Wohnen durchaus einpaßt. Vor allem städtebaulich ist dieses Objekt mit den gleichartigen Häusern Nr. 141, 155 und 165 ein Dokument der Erstbebauung, die in der kräftigen wirtschaftlichen Entwicklung des Reichs (und Kölns) nach 1870, insbesondere nach 1900 erfolgte. Das Gebäude ist als Dokument dieser zweiten Blütezeit Kölns von hohem architektonischen und städtebaulichen Wert und unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0