Wohn- u. Geschäftshaus
Gottesweg 165 · Klettenberg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2739 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Gottesweg 165, 50939 Köln |
| Baujahr | um 1904 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.11.1984 |
| Stadtteil | Klettenberg |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert. Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende in Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerksbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethovenpark) erhöht wird. Der Gottesweg ist Teil einer südlichen Verbindung zwischen Sülz und Raderthal.
Das viergeschossige Wohn- und Geschäftshaus wurde etwa 1904 - wahrscheinlich etwas später - in einem sehr individuellen Mischstil des späten Historismus errichtet. Das relativ breite Gebäude hat drei Achsen. Die mittlere Achse mit zwei gekuppelten Fenstern wird in den OGs durch einen Erker eingenommen, der jedoch leicht aus der Symmetrieachse herausgesetzt wurde. Ein hoher Ziergiebel in dekorativem Fachwerk steht links über zwei Achsen, wärend rechts ein (neuerer) Dachausbau sichtbar ist. Die überwiegend verputzte Fassade ist im Bereich des Erkers floral (im Jugendstil) stuckiert, das EG wurde in neuerer Zeit verändert (im EG gewerbliche Nutzung). Fenster und Eingangstür wurden erneuert. Durch ein großes Eingangstor links wird das Gebäude erschlosen. Nach rechts führt die originale Terrazzotreppe mit Eisengeländer in die Wohngeschosse. Originaler Fliesenbelag auf Boden und Seitenwänden. Eine Terrazzotreppe mit Holzgeländer führt in die OGs mit teilweise originalen, teilweise erneuerten Zimmertüren und originalen Wohnungstüren, teilweise aus anderen Jugendstilhäusern, die stilistisch ebenfalls die Solidität und Repräsentanz des gesamten Anwesens bewahrt haben. Rückwärtige Fassade ist in Backstein gehalten mit älteren Gewerbebauten im hinteren Teil des Grundstücks. Städtebaulich ist dieses sehr interessante Wohn- und Geschäftshaus ein Dokument der Erstbebauung dieser Straße, wobei noch deutlich der Funktionstyp dieser Bebauung aus anspruchsvollerer Wohn- und Geschäftsnutzung sichtbar ist. Deutlich wurde hier nach der Jahrhundertwende mit der starken wirtschaftlichen Entwicklung des Reichs der Schritt vom Kleingewerbe zum Mittelbetrieb einerseits und zum repräsentativeren Wohnen andererseits vollzogen. Das Haus dokumentiert mit den gleichartigen Bauten Nr. 141, Nr. 155 und Nr. 167 die starke wirtschaftliche Entwicklung Kölns nach 1870, die mit dem Ersten Weltkrieg zu Ende ging. Das Haus ist als Dokument dieser Blütezeit von hohem architektonischen und städtebaulichen Wert und unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0