Wohnhaus

Paulistraße 38 · Braunsfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2701
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Paulistraße 38, 50933 Köln
Baujahr1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.10.1984
Stadtteil Braunsfeld

Die 1914 vom Architekten Fritz Klein (Büro Alsdorf) erbaute Wohnhausgruppe vereinigt im reizvollen Heimatstil individuelles Bauen und städtebauliche Gesamtkomposition zu einer überzeugenden Einheit. Die den Pauliplatz halbrund abschließende, zwei- bis dreigeschossige Reihenhauszeile zeichnet sich nicht nur durch das reiche Formenspiel der - überwiegend begrünten - Fassade aus, sondern zieht auch die Vorgärten mit teilweise originaler Einfriedung und vor allem einen runden, figurenbekrönten Brunnen vor den beiden zusammengefaßten Giebelbauten Nr. 40 und Nr. 42 in die Gesamtkomposition ein. Rechts und links dieser Dominaten korrespondieren an den Häusern Nr. 38 und 44 schmiedeeiserne Balkongitter miteinander, wie überhaupt die gesamte Gruppe durch Balkone, Erker, Fenstergruppen und Hauseingänge vielfach gegliedert ist. Die Putzfassaden besitzen besonders im Bereich der Hauseingänge Stuckverzierungen. Das Haus Nr. 38 zeigt eine ältere, zum Gebäude passende Haustür, während die übrigen Haustüren erneuert wurden. Ebenso wurden die Holzfenster, wohl mit Ausnahme der Häuser Nr. 34, 40 und 44, erneuert, wobei aber im Regelfalle nur die mittlere Horizontalsprosse der Hauptflügel weggelassen wurden. Der Eingang des Hauses Nr. 36 zeigt einen oberen Bogenabschluß, während die anderen Haustüren gerade Stürze aufweisen. Der Vorgarten des Hauses Nr. 36 besitzt noch die originale Einfriedung. Sehr reizvoll das palladianische Fenstermotiv im Dachgeschoß der beiden Giebelbauten 40 und 42.

Der Platz um den Brunnen wurde nach dem Krieg mit einem holländischen Klinkerpflaster restauriert, da hier eine Luftmine explodiert war.

Im Innern besteht der originale Ausbau einem mit bunten Fliesen belegten Hauseingang, von dem eine Holztreppe mit Holzgeländer nach oben führt. Die Decke des Wohnzimmers war mit einer Kehlleiste stuckiert, einfache Rahmentüren, aber auch eine Glastüre zur Küche und zum Treppenhaus schufen eine gediegene, ursprüngliche nicht sehr anspruchsvolle Wohnkultur. Dieser Ausbau ist im Haus Nr. 40 weitgehend erhalten geblieben, während z. B. Haus Nr. 38 innen und zum Garten hin vollständig umgebaut wurde (hier noch die originale Holztreppe). Insbesondere durch die Kriegseinwirkungen waren in fast allen Häusern Wiederherstellungsarbeiten notwendig.

Die Häuser Paulistr. 34 - 46 sind bedeutend für die Menschen in Köln-Braunsfeld, weil sie ein wesentlicher Bestandteil der Erstbebauung dieses Stadtteiles sind. Der südlich von Ehrenfeld gelegene westliche Vorort wurde erst im 19. Jahrhundert durch die Ziegelei eines Herrn Braun gegründet, um die bald Wohnbauten entstanden. Der zwischen dem Industriegebiet Ehrenfelds und dem Stadtwald gelegene Ortsteil umfaßt im nördlichen Bereich Mietstockwerksbauten, während zum Stadtpark hin anspruchsvollere Wohnbebauung vorherrschend sind. Als Hauptverkehrsschneise durchschneidet die Aachener Straße den Ortsteil in westlicher Richtung. Die Paulistraße liegt nördlich davon in der Nähe größerer Gewerbeflächen (Straßenbahnhof West). Dennoch ist gerade hier noch vor dem 1. Weltkrieg ein anspruchsvolleres Wohngebiet enstanden, das teilweise Gartenstadtcharakter besitzt.

Städtebaulich gehört die von der Gartenstadtbewegung maßgeblich beeinflußte Gebäudegruppe zu den reizvollsten Wohnensembles von Köln. Es bildet den Abschluß einer überwiegend mit Reihenhäusern der zwanziger Jahre bestandenen Wohnstraße, deren privaten Charakter sie in vollendeter Weise überhöht und bestimmt. Die Gruppe ist für Köln von besonderer Bedeutung und unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0