Wohnhaus
Paulistraße 36 · Braunsfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8280 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Paulistraße 36, 50939 Köln |
| Baujahr | 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.03.1998 |
| Stadtteil | Braunsfeld |
Erbaut: 1914; Architekt: Josef Alsdorff; weit von der Straßenflucht zurückgesetztes, zweigeschossiges, giebelständiges Einfamilienhaus mit ausgebautem Dachgeschoß im Heimatstil; geschweifter Giebel in Voluten auslaufend; Kreuzdach; Putzfassade (Trierer Kalkputz); südlichstes, risalitartig vortretendes Gebäude des Ensembles Paulistr. 36-46; größtenteils originale Holzfenster unterschiedlicher Größe; Holzrolläden (nach Original erneuert);
Straßenseite: Erdgeschoß: nordwestlich: eingeschossiger Vorbau mit Balkon im Obergeschoß, südwestlich: pilasterartig gerahmte Eingangsnische mit originaler Holztür und Oberlicht; Obergeschoß: Putzgesims, zwei Fenster; im Dachgeschoß drei, im Spitzboden ein Fenster;
Gartenseite: Erdgeschoß: neben Treppe zum Keller kleine Veranda mit Stufen zum Garten, ansonsten Fensterachsen;
Im Inneren original erhalten: Grundriß weitestgehend; größtenteils Holztüren und -rahmen; größtenteils breite hölzerne Fußleisten; Eingangsbereich: achteckige, rote Bodenfliesen, Gästetoilette; Treppenhaus: Holztreppen und Geländer mit gedechselten Stäben; Küche: Terrazzoboden, weiße Wandfliesen mit blauer Schmuckleiste, Vorratsschrank mit Außenlüftung;
Der Vorgarten (Rasen, Hecken), die straßenseitige Einfriedung (Sockel und Eckpfosten Kieselputz und der rückwärtige Garten (überwiegend Rasen, teilweise Büsche) sind Bestandteile des Denkmals.
In der Besiedlungsgeschichte des vormals von schlichten Arbeiterhäusern bestimmten Vorortes Braunsfeld setzt mit der Anlegung des Stadtwaldes in den Jahren 1895-98 eine Wende in Bezug auf den Charakter des Vorortes zu einer Bebauung mit Villen und großbürgerlichen Mehrfamilienhäusern ein. Das Wohngebiet am Südrand des Industriegebietes von Ehrenfeld-Braunsfeld mit seiner Nähe zur Aachener Straße und der gleichzeitigen Nähe zum Villenviertel in Braunsfeld und Lindenthal, südlich der Aachener Straße, besaß zwar auch eine günstige Lage, konnte aber zunächst nicht erschlossen werden. Landwirtschaftlich genutzter Grundbesitz (der ehemalige Maarhof mit seinen Ländereien) verhinderte hier bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg eine Siedlungsentwicklung. Erst 1913 begann der ehemalige Hof- und Grundbesitzer Josef Pauli mit einer Siedlungsentwicklung an der Paulistraße, und zwar abseits der Aachener Straße. Siedlungsansatz bildete eine großzügige Platzgestaltung, nämlich die des um 1914/15 angelegten Pauliplatzes.
Zur unmittelbaren Erstbebauung des Terrains gehört die vom Architekten Josef Alsdorff 1914 entworfene Gebäudegruppe Paulistraße 36-46 sowie die zur gleichen Zeit an das Ensemble angebaute Paulistraße 34 von Fritz Klein. Die 1914 auf der Werkbundausstellung gezeigten Häuser von Alsdorff fanden auch im Kölner Local-Anzeiger (14.07.1914) lobende Erwähnung: "eine hübsche Wohnungs-Kolonie ..., die Zeugnis davon ablegt, welch reizende Lösungen bei nicht zu engherziger Ausnutzung des Geländes seitens des Bauherrn und bei künstlerischer Durcharbeitung einer schönen Idee geschaffen werden kann. Neu und eigenartig ist es hier, an einer großen öffentlichen Platzanlage hinter der eigentlichen Bauflucht einen kleinen Platz auf privatem Gelände anzulegen und um diesen hübsche Einfamilienhäuser zu gruppieren. ... Die größere mit Rasen und Bepflanzungen versehene städtische Platzanlage mit angegliedertem Spielplatz bilden den weiteren Rahmen dieser freundlichen Wohnungskolinie, die mit ihrem vielen Grün, durch ihre ruhige Lage und durch die Nähe des Stadtwaldes sicher nicht ihre Anziehungskraft auf naturliebende Einwohner verfehlen wird."
Die von der Gartenstadtidee inspirierte und im Heimatstil errichtete Bebauung um den Pauliplatz stellt städtebaulich ein mustergültiges Beispiel der 1910er Jahre-Architektur dar, durch die auch in den folgenden Jahren der Stadtteil Braunsfeld im Bereich zwischen Maarweg, Aachener, Peter-vonFliesteden- und Stolberger Straße maßgeblich geprägt wurde. Als integraler Bestandteil der Erstbebauung des Terrains sowie als Teil einer geschlossenen, gestalterisch einheitlichen Bauzeile (Paulistr. 36-46) wird das o.g. Objekt unverzichtbares bauliches Dokument für die frühe Ausbauphase Braunsfelds.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0